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15.01.2018: Herr Demal, hören Sie auf, die Öffentlichkeit zu belügen!

In einem Artikel der KA-News vom 15.01.2018 unter dem Titel:

Bürgerentscheid in Stutensee: Ein "Nein" bringt neues Lachwald-Wohngebiet

 

behauptet die Stadtverwaltung, „Mit einem "Nein" bei der Gesamtabwägung, stimmen Sie für ein neues Wohngebiet…“

Diese Aussage ist vollkommen falsch, denn die Wählerinnen und Wähler können weder für noch gegen das Wohngebiet Lachwald stimmen.

Maßgeblich, ob der Aufstellungsbeschluss des Gemeinderats zu einer Bebauung führt, ist – neben dem Ergebnis am 18.02.2018 – der normale, formell definierte Bebauungsprozess.

Hier soll in einer Grünzäsur gebaut werden und dort herrscht absolutes gesetzliches Bauverbot!

Maßgeblich ist insbesondere die Freigabe der Regionalplanung, d. h. nach entsprechend erfüllten Auflagen die Änderung des Regionalplans, die Stellungnahmen von weiteren beteiligten Behörden wie z. B. des Regierungspräsidiums Freiburg, aber nicht der Wille der Bevölkerung im Rahmen des Bürgerentscheids am 18.02.2018. Hier geht es nur darum, ob der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleiben soll, also um ein „JA“ für den Lachwald!

Wir haben unsere Auffassung in einer ähnlich gelagerten Angelegenheit in einem Eilantrag zur Klärung an die Aufsichtsbehörde übermittelt. Denn die Behauptung der Stadtverwaltung greift u. a. in den Kompetenz- und Hoheitsbereich des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein ein.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat uns Recht gegeben!

Um was es wirklich geht:
JA erhält den Lachwald und zwingt Stadt zu vernünftigem Haushalten.

Die Stadt Stutensee möchte ihr letztes verbliebenes größeres eigenes Grundstück teuer verscherbeln. Am Sonntag, 18. Februar können nun die Bürgerinnen und Bürger über den künftigen Stellenwert unserer Natur entscheiden.

Die Stadt Stutensee lässt bei jeder Gelegenheit verlautbaren, dass sie auf dem Lachwald II-Grundstück bezahlbaren Wohnraum schaffen möchte. Richtig ist jedoch, dass die Stadt vor allem die Einnahmen aus dem Verkauf des Grundstücks im Blick hat. Der Lachwald ist Teil der Grünzäsur zwischen Blankenloch und Büchig. Er dient u.a. der Durchlüftung unserer Region. Grünzäsuren zu bebauen ist nur unter besonderen Auflagen zulässig.

Dem Drängen der Stadt wird seitens übergeordneter Stellen nur stattgegeben unter der Auflage, dass sehr verdichtet bebaut und bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Letzteres war also nicht die Idee der Stadt. Der Lachwald ist als schlechtestes aller möglichen Baugebiete im Flächennutzungsplan bewertet. Außerdem sind es 70% der Fläche, welche an Höchstbietende verkauft werden sollen.

Die bisherige Haushaltsplanung basiert auf dem Verkauf von Grundstücken. Unerträglich ist es, dass Stutensee als gut aufgestellte Stadt im Speckgürtel von Karlsruhe, im reichsten Bundesland, in einem der reichsten Länder der Welt es nicht schafft, die Haushaltsplanung auf ordentliche, nachhaltige Füße zu stellen und einen kleinen Wald zu erhalten.

Dieser kleine Lachwald bedeutet uns sehr viel. Er ist zusammen mit der gesamten Grünzäsur Trittsteinbiotop für wandernde Tiere vom Hardtwald (Westen) ins Weingartener Moor (Osten).

Südlich vom Lachwald gibt es keine Möglichkeit mehr für Tiere, von West nach Ost zu wandern. Schön zu sehen an den Wanderungen der Wildkatze, welche am Rheinufer von Karlsruhe nicht von Nord nach Süd kommt.

Der Lachwald bietet geschützten Tieren, wie dem Hirschkäfer und dem Pirol, sowie Fledermäusen, etc. Wohnraum. Den Büchigern dient er aufgrund der unmittelbaren Siedlungsnähe als Naherholungsgebiet, vor allem jenen, welche nicht so weite Strecken zurücklegen können. Er hat zudem klimatisch große Auswirkungen auf Büchig. Kühle im Sommer, Wasserspeicher bei Regenfluten, wie jetzt im Januar, Windschutz, Luftreinigung. Das alles weiß jeder und die Liste kann beliebig fortgeführt werden.

Umso verbohrter und rückwärtsgewandter erscheint das Verhalten der Verantwortlichen in Stutensee. Denn es ist ihnen nicht möglich Alternativen für den Standort überhaupt zu durchdenken geschweige denn öffentlich zu diskutieren. Der erste Lichtblick in Stutensee, das Neise-Gelände mit dem geplanten Projektquartier der Volkswohnung, ist auch schon der letzte.

Lachwald II wird wie das Lachenfeld aussehen. Teure Einfamilienhäuser im Osten mit einem stetigen Anstieg der Bewohner pro qm bis in den Westen. Die Stadt verspricht ein „Wohnquartier“. Weshalb dann das gesamte Gebiet zur Bebauung freigeben?

Weshalb nicht ein Quartier im geplanten riesigen Gewerbegebiet westlich von Blankenloch? Dezentrale kleinere Quartiere bauen mit mehr Geschossen. Studentenwohnungen in Bürogebäuden oder über Einkaufsmärkten. Flächenverbrauch durch Parkplätze verhindern. Es gibt so viele innovative Lösungen. Stutensee sollte endlich sich der Zukunft öffnen und dafür sorgen, dass auch in Büchig die „liebenswerte Stadt im Grünen“ den Namen wert ist.

Stutensee kann die Spekulationen auf dem Wohnungsmarkt nicht beenden. Erst recht nicht, indem in Büchig Grundstücke an Höchstbietende vergeben werden. Welcher Bedarf wird denn hierdurch gedeckt? Nicht der Bedarf nach Mietwohnraum für einkommensschwächere Menschen. Das wären Studenten, ältere Menschen mit kleiner Rente, Alleinerziehende und Familien mit wenig Einkommen.

Vor allem ältere Menschen benötigen Infrastruktur in der Nähe. Es gibt in Büchig im Gegensatz zu den anderen Stadtteilen jedoch kein Dorfzentrum. Es gibt keine Begegnungsstätte. Es gibt keine Apotheke. Für ältere Menschen ist Büchig am wenigsten geeignet.

Mit einem „NEIN“ stimmen die Bürgerinnen und Bürger für die unnötige Zerstörung von Natur. Mit einem „JA“ stimmen die Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt der siedlungsnahen Natur, für die Forderung an die Stadt, sich innovativen Lösungen endlich zu öffnen und Alternativen zu durchdenken.

Innovativ, wie es für eine Gemeinde in der Technologieregion selbstverständlich sein sollte.

 

 

23.12.2017: Ist Büchig dichter besiedelt als München?

Wir wohnen in einer dicht besiedelten Region im Vergleich zu anderen Gegenden Deutschlands. Auch unsere Nachbarstadt Karlsruhe ist sehr dicht besiedelt mit 4275 Einwohner pro Quadratkilometer. Und wie sieht es aus mit Büchig, bereits ohne die letzten Baugebiete Büchig 21 und Lachenfeld

Die Bevölkerungsdichte, auch Einwohnerdichte genannt, ist die mittlere Anzahl der Einwohner pro Fläche für ein bestimmtes Gebiet (Staat, Region oder Ähnliches), in der Regel angegeben in Einwohner pro km². Man errechnet sie, indem man die Einwohnerzahl des Gebietes durch die Fläche des Gebietes teilt.

Die statistisch am dichtesten besiedelte Großstadt in Deutschland ist München mit 4.920 Einwohnern je Quadratkilometer vor Berlin mit 3.809 Einwohnern pro km². Hamburg als zweitgrößte Stadt Deutschlands beherbergt dagegen nur 2.409 Einwohner je km², hat jedoch im Stadtgebiet große Wasser-, Gewerbe- und Hafenflächen und landwirtschaftlich geprägte Stadtteile (siehe Wikipedia).

Und wie sieht es in Büchig aus?

In Büchig bekommt man nur noch Luft wegen des direkt an den Siedlungsbereich grenzenden Lachwalds, der optisch die Dichte nicht so erscheinen lässt.

Auf die Größe der Siedlungsflächen bezogen, leben in Büchig pro qm² rund doppelt so viele Menschen als in Staffort. Dies entspricht einer Siedlungsdichte von über 5000 Einwohnern pro Quadratkilometer. Auf die Dichte bezogen, sind wir also im Verhältnis dichter besiedelt als München! Und München hatten wir bereits 2011 ohne die Baugebiete Büchig 21 und Lachenfeld übertroffen!

Hier der Siedlungsvergleich (2011) von Stutensee:

Büchig               3460 Einwohner, 0,700 km² = 4944Ew/km² Link...

Blankenloch     8220 Einwohner, 2,610 km² = 3148 Ew/km²

Spöck                4320 Einwohner, 1,330 km² = 3260 Ew/km²

Friedrichstal    4990 Einwohner, 1,910 km² = 2617 Ew/km²

Staffort             1940 Einwohner, 0,752 km² = 2579 Ew/km²

Wir weisen darauf hin, dass diese Zahlen aus 2011 stammen. Aktuell hat Stutensee rund zweitausend Einwohner mehr.

Jetzt soll nach dem Willen der Stadt zu den frisch bezogenen Neubaugebieten, aktuellen Erschließungsarbeiten und neu beschlossenen Wohn- und Gewerbegebieten zusätzlich ein Stück Natur abgeholzt werden für ein dicht besiedeltes Modellwohnbauprojekt!

Nein, danke!

Entscheiden Sie sich deshalb am 18.02.2018 für die Natur in Stutensee mit einem  JA für den kompletten Erhalt des Lachwalds, damit unsere „liebenswerte Stadt im Grünen“ (Slogan der Gemeinde) erhalten bleibt.

 

 

27.11.2017: Zur Auftaktveranstaltung – sogenannte Bürgerbeteiligung:

Zukunft Wohnen in Stutensee

was aber von offizieller Seite verschwiegen wird:
- Neubauprojekte in unmittelbarer Nachbarschaft der europäischen Atomforschung und dem
- radioaktiven und bisher unzureichend gesichertem Plutoniumlager im ehemaligen Kernforschungszentrum, heute: KIT Campus Nord.

Mit Genehmigung des Umweltministeriums Baden-Württemberg entsteht dort ein neues Lager- und Forschungsgebäude zur Unterstützung der Atomindustrie in Europa in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, dem ehemaligen Kernforschungszentrum und heutigen Areal KIT Campus Nord.

Dem BUND ist bekannt, dass in dem bisherigen Lagergebäude bereits große Mengen an Plutonium, angereichertem Uran 235 und Thorium unzureichend gesichert gelagert werden. Ebenfalls sollen dort neue Atombrennstäbe gebaut und nach einer Bestrahlung im Ausland dann auf die Zusammensetzung der radioaktiven Substanzen untersucht werden.

Die Namen der Forschungsprojekte sind bekannt, darunter „Samofar“, in dem es um Thorium-Flüssigsalzreaktoren der 4. Generation geht. Obwohl die Forschung an neuen Reaktoren untersagt ist, wird unter dem Deckmantel der „Sicherheitsforschung“ dennoch an diesem Reaktortyp und seinen Brennstoffen geforscht. Diese Reaktoren bieten laut Wissenschaftlern eine einfache Möglichkeit bei der Atomstromgewinnung ohne Umwege kontinuierlich waffenfähiges Uran 233 „abzuzapfen“. Ein Bekanntwerden dieser Technologie könnte zu einer globalen Bedrohung werden.

Weiß unsere Gemeinde, dass durch die Europäische Kommission alle bisher in Europa verteilten Forschungseinrichtungen von Eurotom hierher verlegt wurden und beschließt deshalb ein Neubaugebiet nach dem anderen?

Nur weil die Bürger die Atomproblematik in der Auftaktveranstaltung angepinnt haben, wurde das Thema überhaupt erwähnt.

Wir als unmittelbare Nachbarn sehen es nach Atommeiler, Wiederaufbereitungsanlage und vieles mehr sehr kritisch, wenn sich Forschung und Entwicklung neuer Kernreaktoren bei uns konzentriert.

Warum verschweigt uns die Gemeinde derartige Informationen?

(auszugsweise übernommen aus den BNN im Nov. 2017, Leserbrief von Harry Block, BUND)

 

 

30.10.2017:  BUND Ausstellung von OB Demal eröffnet - kein Stadtrat der großen Fraktionen war da!

Das spricht nicht unbedingt für ein großes Interesse an der Natur.

Anwesend waren allerdings Stadträte mit ihren Familien der Grünen, Mitglieder des BUND, mehrere interessierte Einwohner von Stutensee, Vertreter der BI "Lachwald-erhalten" sowie Fotografen und Redakteure der Presse.

Durch die Veranstaltung führte der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes (LNV) – Arbeitskreis Karlsruhe, Herr Dr. Rahn. Er erläuterte die fachlichen Hintergründe und die ökologische Bedeutung der Biotopvernetzung. Auch machte er Ausführungen über das großflächige Verschwinden von Insekten, beheimateten Vogel-, Amphibien-, Reptilien- und Schmetterlingsarten.

Das Schrumpfen lebenswerter Landschaft auf immer weniger Restflächen veranlasste ihn, den ungezügelten Landschaftsverbrauch anzusprechen. Dr. Rahn erinnerte in diesem Zusammenhang an die vom damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) als Zielvorgabe beschriebenen „Netto-Null“ in Sachen Landschaftsverbrauch.

Es ist schade, dass sich die Stadträte (-innen), insbesondere die Fraktionsvorsitzenden der großen Fraktionen diesen Vortrag entgehen ließen. Zumindest hörte sich OB Demal teilweise den Vortrag an und kann als Stadtoberhaupt darüber berichten und Lehren für die zukünftige Stadtplanung daraus ziehen.

Einzelheiten zur Ausstellung finden Sie hier.

“Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.” Weisheit der Cree-Indianer