Beilage zur Stutensee-Woche vom 18.01.18:
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Liebe Mitbrgerinnen und Mitbrger,

Am 18.02.2018 haben wir alle erstmals in der Geschichte von Stutensee die Mglichkeit ber den Lachwald in Bchig und ber die Natur, sowie die weitere Entwicklung in unserer Heimat zu entscheiden, indem wir mit “Ja” fr den Erhalt des Lachwalds stimmen und damit ca. 70.000 Quadratmeter Wald retten.

Weshalb der Brgerentscheid?

Basis von Gemeinderat und Stadt ist das Vertrauen der Brgerschaft, welches durch Transparenz entsteht. Diese ist in Stutensee verloren gegangen. Die Brgerinnen und Brger in Bchig wurden in der Vorweihnachtszeit 2016 von umfangreichen Vermessungsarbeiten im Lachwald vllig berrascht. Nachfragen im Rathaus wurden ignoriert.

Dabei wurde bereits 2016 in den Gremien ber den Flchennutzungsplan 2030 und damit ber die Bebauung des Lachwalds und des Sdens von Blankenloch hinter verschlossenen Tren beraten. Eine ffentliche Diskussion war nicht gewnscht, so dass die Grnen Stutensee selbst mit den Brgerinnen und Brgern das wichtige Thema am 22.02.2017 diskutierten. Hierbei ging es neben dem Lachwald auch um die Weiterfhrung der Bebauung im Sden von Blankenloch sowie um das Gewerbegebiet westlich von Blankenloch.

Daraufhin grndete sich eine erste Brgerinitiative, die spontan Unterschriften gegen die Bebauung des Lachwalds sammelte und sie im Rathaus bergab. Doch dies und jeglicher Protest anderer Personen, auch in Form von Briefen an Herrn OB Demal und die einzelnen Stadtrtinnen und Stadtrte wurden nicht beantwortet und fanden keine Beachtung. Bereits zu diesem Zeitpunkt beklagten die Brgerinnen und Brger mangelnde Transparenz und fhlten sich von der Gemeinde hintergangen.

Die maximale Anstrengung der Stadt, Transparenz zu schaffen, bestand in der Informationsveranstaltung des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe am 04.04.2017. Diskussionen wurden nicht zugelassen, Alternativen nicht vorgestellt. In dieser Veranstaltung trat das Unverstndnis fr das Handeln der Verantwortlichen offensichtlich zu Tage. Umso mehr Kopfschtteln verursachte, dass bereits am 22.05.2017 die Mehrheit des Gemeinderats vllig berhastet den Aufstellungsbeschluss zur Teilbebauung des Lachwalds fasste. Lediglich die Fraktion der Grnen stimmte dagegen!

Die einzige rechtliche Mglichkeit gegen diesen berhasteten Gemeinderatsbeschluss vorzugehen ist ein Brgerbegehren mit dem Ziel einen Brgerentscheid herbeizufhren.

Zu diesem Zweck hat sich im Juni 2017 unsere Brgerinitiative “Lachwald-erhalten” gegrndet. Es folgte immer mehr Untersttzung aus allen Ortsteilen, insgesamt unterschrieben 3.333 Brgerinnen und Brger. 2.999 Unterschriften wurden von der Stadt anerkannt und damit wurde erreicht, dass der Brgerentscheid am 18.02.2018 stattfindet.

Jetzt entscheiden wir Brgerinnen und Brger ber das Schicksal des Lachwalds. Wenn wir am 18. Februar mehrheitlich mit “Ja” stimmen, bleibt der Lachwald fr uns und die Generationen nach uns erhalten und wird nicht zur Betonflche.

Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und stimmen Sie mit “Ja” fr den Lachwald - denn heute der Lachwald und morgen?

Entscheiden Sie mit, per Briefwahl oder im Wahllokal, alle Wahlberechtigten ab 16 Jahren!

Unsere ARGUMENTE:

1. LAGE in Grnzsur

2. KLIMA- und NATURSCHUTZ

3. NAHERHOLUNG

4. VERKEHRSBELASTUNG


LAGE in Grnzsur

Der Lachwald befindet sich innerhalb einer Grnzsur, die sich zwischen den Ortsrndern von Blankenloch und Bchig ausdehnt.

Diese Grnzsur ist eine bewusst geschtzte Klimazone zur Durchlftung und geniet die hchste Schutzstufe gegen eine Bebauung

Grnzsur = Bauverbot

Grnzsuren sollen als Freihaltezone verhindern, dass Siedlungen zusammenwachsen. Sie sichern zudem wertvolle Natur- und Landwirtschaftsflchen, dienen dem klimatischen und kologischen Austausch und sollen die siedlungsnahe Erholung gewhrleisten. Sie dienen nicht der stillen Reserve fr Baugebiete.

Das Ausweisen dieser Grnzsur war das Resultat umfangreicher Analysen und Prozesse und wurde im Regionalplan festgesetzt. Bereits bei der Bebauung “Hohe Eich” (Blankenloch Sd) wurde die Grnzsur angegriffen.

Der Groteil des Lachwalds sowie Blankenloch-Sd sollen nun so bebaut werden, dass von der Grnzsur lediglich noch ca. 400 m bestehen bleiben. Damit verringert sich die Grnzsur erheblich und ihre Funktion wird zunehmend verschwinden.

Prfungsergebnis des Nachbarschaftsverbands zum Lachwald:

- Lachwald ist Teil der Grnzsur

- Lachwald ist berschwemmungsgefhrdet

- Erholungswald Stufe 1

- Bden mit sehr hoher Empfindlichkeit

- Klimaschutz- und Immissionsschutzwald

- Hinsichtlich der biologischen Vielfalt:
  mittlere bis hohe Empfindlichkeit



In den Sommermonaten schattiger Kinderspielplatz im Lachwald

Keine andere eingereichte Flche im gesamten Landkreis Karlsruhe war als Bauland weniger geeignet als der Lachwald!

Trotzdem gab der Nachbarschaftsverband die Flchen zur Bebauung frei, sofern verdichtet bebaut wird und sofern bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Weshalb dann berhaupt ein Schutzgebiet definieren?


KLIMA- und NATURSCHUTZ

Wald in der Nhe von Wohnbebauung ist eine der einfachsten und effektivsten Manahmen, unser Klima zu schtzen und das Kleinklima fr die Anwohner zu verbessern:

 - Luftfilterung, also u.a. das Speichern von CO2 aus der Luft,

- Luftbefeuchtung durch die Bltter

- Khle im Sommer, Schutz vor den immer heier werdenden Sommern,

- Wasserspeicher, so dass die heftigen Regenmassen, wie Anfang Januar 2018 aufgenommen werden knnen.

- Lrmschutz usw.

Leider werden im Rahmen der Umweltgutachten selten die klimatischen Auswirkungen fr die Umgebung bercksichtigt, so dass wir keine Hoffnung haben, dass ein Umweltgutachten den Lachwald schtzt.


Biotopvernetzung

Wer sich die Region um Stutensee auf einem Satellitenbild ansieht, erkennt schnell, dass die Grnzsur mit dem Lachwald die letzte Mglichkeit fr Tiere und Pflanzen ist, um von Westen nach Osten zu wandern, vom Hardtwald zum Weingartener Moor - Grtzinger Bruchwald. Sdlich von Bchig gibt es keinen bergang mehr. Gerade der Lachwald bietet Unterschlupf fr wandernde Tiere.

 Pflanzen- und Tierwelt

Im Lachwald leben Tiere und Pflanzen jeder Art, darunter geschtzte bzw. gefhrdete Arten, wie der Hirschkfer und die Vogelart Pirol. Leider wird auch das nicht den Wald retten, sondern hchstens zu teuren Umsiedlungsmanahmen fhren.

Im Gegensatz zu Stutensee haben smtliche andere Gemeinden in der Umgebung Wlder als schtzenswert definiert.

Es wird immer deutlicher, wie sehr wir Brgerinnen und Brger unsere Natur gegen wirtschaftliche Interessen auch in Zukunft werden verteidigen mssen.


NAHERHOLUNG

Der Lachwald dient der Naherholung. Er grenzt unmittelbar an eines der am dichtesten besiedelten Gebiete an.

Die Kinder und Jugendlichen nutzen den Waldspielplatz, die lteren Menschen genieen es, ihre Hunde dort auszufhren und Waldspaziergnge machen zu knnen, ohne weite Strecken zurcklegen zu mssen.

Wofr es in Staffort eigens einen Waldkindergarten gibt, haben die Bchiger Kinder den Lachwald.


Ausgleichsmanahmen

Eine Aufforstung an anderer Stelle ist nicht gleichzusetzen mit einem ber Jahrzehnte gewachsenen Wald.

Denn: Was hilft dies den vorhandenen Tieren und Pflanzen im Lachwald?

Hrnchen


Eichhrnchen am Lachwaldrand Bchig, bei den Glascontainern

Was hilft das den Anwohnern und den Kindern?

Wie wird sich das Fehlen der Bume bei den zunehmenden Regenfluten auf die Kanalisation in Bchig auswirken?


VERKEHRSBELASTUNG

Durch den Zuzug von ca. 600 Neubrgern ergbe sich zwangslufig eine Zunahme von entsprechend vielen Kraftfahrzeugen.

Belastet wren dadurch nicht nur die Zufahrtsstraen von Bchig, die Kreisstrae entlang des Lachwalds und die schmale Hauptstrae von Blankenloch, sondern auch die berrtlichen Verkehrswege von und nach Karlsruhe und Eggenstein.

Vor allem betroffen wre der Knotenpunkt Reitschulschlag-Waldstadt auf die L560 sowie die Einmndung von Eggenstein (L604) auf die Theodor-Heuss-Allee, welche bereits jetzt wegen fehlender Ampelanlagen in den Hauptverkehrszeiten zu Rckstau und langen Wartezeiten fhrt.

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bergabe der Unterschriften im Rathaus Stutensee am 21.08.17


Ziel - BEZAHLBARER WOHNRAUM
Und - Flchenverbrauch stoppen

Bei der Lachwald-Diskussion wird gerne Wohnraumnot gegen Naturschutz ausgespielt.

Doch geht es um die Aufgabe der Stadt Wohnraum ohne Flchenverbrauch zu schaffen, Das Ziel der Bundesregierung:

Nullflchenverbrauch bis 2050!

Der Bedarf, welchen Stutensee decken muss, liegt beim Mietwohnraum fr Menschen mit kleinerem Geldbeutel: Studenten, Alleinerziehende, Familien und ltere Menschen. Letztere sind auf Barrierefreiheit und Infrastruktur in der Nhe angewiesen. rzte, Apotheken, Geschfte und Naherholung.

Die SPD Fraktion hlt die Grndung einer eigenen Wohnungsbaugenossenschaft mit Hilfe der finanziellen Einnahmen aus dem Lachwald fr notwendig.

Die Volkswohnung GmbH aus KA knnte jedoch diese Funktion mit ihrer bereits bestehenden Struktur kosten- und personalsparend bernehmen.

Zudem wird fr den Lachwald nur mit 30 % fr bezahlbaren Wohnraum kalkuliert. 70 % fr teure Hausgrundstcke. Hiermit wird deutlich, dass nur das finanzielle Interesse im Vordergrund steht.

 
ALTERNATIVEN

Lachwald und Grnzsur sind nicht alternativlos. Alternativen der Lage und der Bauform gibt es:

- Blankenloch, Spck, Friedrichstal, Staffort (geringere Umweltauswirkungen)

- Mischgebiet statt reines Gewerbegebiet in Blankenloch

- Gewerbegebude mit Wohnungen berbauen

- Innerrtliche Verdichtung, dezentrale kleine Projektquartiere, mehr Stockwerke, etc.

Weder ber die Lage eines neuen Baugebiets noch ber alternative Arten der Bebauung wurde ffentlich diskutiert. Doch gerade dies erwarten wir von transparentem Arbeiten unserer Stadt.

 
das sagt BI Linie

 FINANZEN- Wachstum ber alles?

Das Hauptargument der Stadt ist der ausgeglichene Haushalt - durch die Einnahmen aus dem Lachwalderls. Der Lachwalderls wre jedoch eine einmalige Einnahme. Neuer Wohnraum erfordert Anpassungen der Infrastruktur in Bchig. Ein dritter Kindergarten, zustzliche Betreuung in der Grundschule, usw. Sind diese zuknftigen dauerhaften Kosten bereits einkalkuliert?

Sanierungen und erforderliche Neubauten, wie die Mehrzweckhalle in Staffort, sind regelmig auftretende Kosten und werden auch in Zukunft finanziert werden mssen. Das Szenario der Stadt ist kurzsichtig, dass dies ohne den Lachwalderls nicht mglich sei. Wovon wird dies zuknftig finanziert, wenn der Lachwald als letztes greres Gebiet der Gemeinde verkauft ist? Kann es eine Mehrzweckhalle nur auf Kosten der Natur geben? Stutensee ist kein Sonderfall. Auch wir werden unser neues Schwimmbad ber Jahrzehnte weiter betreiben knnen - ohne die Einnahmen aus dem Lachwald.
 
posterBeilage

Sorgen Sie dafr, dass der Titel “liebenswerte Stadt im Grnen” auch fr Bchig gilt. Es muss gelten: Finger weg von Wldern, Grnzsuren und Schutzgebieten.

 - Nutzen Sie die Briefwahl

- Wahlberechtigung ab 16 Jahren

- Geheime Abstimmung

- das Ergebnis des Brgerentscheids ist fr Gemeinderat und Stadtverwaltung verbindlich und nicht verhandelbar!

Bestimmen Sie ber die Zukunft Stutensees - unserer Heimat - und gehen Sie zum Wahllokal oder nutzen Sie die Mglichkeit der Briefwahl - Sagen Sie “Ja” zum Lachwald.

Ihre Vertrauenspersonen
Joachim Heger, Susanne Suhr u. Dr. Rainer Badent

Kontakt: lachwald-erhalten@online.de

www.Lachwald-erhalten.de

“Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Flu vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, da man Geld nicht essen kann.” Weisheit der Cree-Indianer