Bürgerbegehren und Bürgerentscheid Lachwald Stutensee
Bürgerinitiative für den Erhalt der Natur in Wäldern, Landschaftsschutzgebieten und Grünzäsuren

AKTUELLES – Informationen zur Waldkrise u. a.

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19.08.2020

NEUES VIDEO

 

Seit vielen, vielen Jahren präsentieren die Fledermäuse an Sommerabenden entlang des Lachwald-Randes ein Schauspiel besonderer Art. Durch den Erhalt des Lachwalds entgegen dem Willen der Verantwortlichen der Stadt Stutensee konnte auch die Sommerresidenz dieser geschützten Art erhalten bleiben.


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20.07.2020       

Missstände in der Waldbewirtschaftung und Ungereimtheiten bei Gemeinderatsbeschlüssen in Stutensee - welche Konsequenzen zieht Frau OB Becker?


Klimaveränderungen und Waldsterben erfordern ein Umdenken in der Waldbewirtschaftung. Hinzu kommt, dass im Stadtwald Stutensee nach dem Bürgerentscheid eine massive Überbewirtschaftung und radikale Forstmaßnahmen vom Forstamt vorgenommen wurden. Dies veranlasste die Grünen Stutensee, einen Antrag auf Umstellung zu einer naturnahen Bewirtschaftung im Stadtwald zu stellen. Die Stadtspitze äußerte sich dazu in der Sitzungsvorlage sehr kritisch mit fachlich falschen Argumenten und forderte den Gemeinderat zur Ablehnung des Antrags auf.

Dieses Verhalten sowie die zuvor festgestellten Missstände im Wald und Ungereimtheiten bei Gemeinderatsbeschlüssen führte zur Protestaktion unserer Bürgerinitiative mit Unterstützung durch GREENPEACE, unmittelbar vor der letzten Gemeinderatssitzung im Eingangsbereich der Blankenlocher Festhalle. GREENPEACE berichtete über die Aktion hier.



Unser Protest-Flyer mit Hinweisen zu Missständen in der Waldbewirtschaftung und Ungereimtheiten bei Gemeinderatsbeschlüssen:



Bedauerlicherweise lehnte der Gemeinderat den Antrag der Grünen in allen Punkten ab. Mit dieser Entscheidung können wir weder bei der Bewältigung der Klimakrise unseren kleinen Teil beitragen, noch den Stadtwald nach Expertenmeinung bis zum Ende des Jahrhunderts erhalten. Die ausführlich dargelegte Argumentationskette von Susanne Suhr (Grüne) wurde nicht berücksichtigt.

Es folgte eine lange Debatte, wobei die Überbewirtschaftung und die Ungereimtheiten in Zusammenhang mit den Gemeinderatsbeschlüssen nicht direkt angesprochen und geklärt wurden. Allerdings wurde seitens der Stadträtinnen und Stadträte den Förstern das Vertrauen ausgesprochen. Damit wurde deutlich, dass die Ursache der Missstände und Ungereimtheiten bei der Stadtspitze liegt. Zumal alle Gemeinderäte*innen nicht erst durch den Demo-Flyer, sondern bereits mit E-Mail vom 02.06.2020 ausführlich informiert worden waren:


Die Entlastung der Förster bedeutet, dass die Stadtspitze bei der Zusammenarbeit mit dem Forstamt unterschiedliche Unterlagen in den Akten führt und damit Ziele verfolgt, die den beschließenden Gremien und uns Bürgern vorenthalten werden und widersprechen. Also eine doppelte Aktenführung. Eine, für den Gemeinderat und die Öffentlichkeit bestimmte sowie eine zweite, um hinter dem Rücken der Politik eine andere Handhabung zu praktizieren.

Nach § 43 Gemeindeordnung BW ist für den Vollzug der Beschlüsse der Bürgermeister zuständig. Wenn also vom Gemeinderat bestimmte Mengen der Holzernte festgelegt wurden, egal ob im genehmigten Forsteinrichtungswerk oder im jährlichen Bewirtschaftungsbeschluss, sollten die Bürgerinnen und Bürger sich darauf verlassen können, dass der Bürgermeister dies auch so umsetzt.

Wenn dies nicht so gehandhabt wird, ist es keine Lappalie. In den bekannten Fällen von Stutensee wurde den gestiegenen Partizipationsansprüchen der Bürgerinnen und Bürger nicht entsprochen, Geheimniskrämerei hatte Vorrang vor Transparenz und eine bedeutende Grenze wurde überschritten, weil die Verlässlichkeit von Beschlüssen nicht mehr gegeben ist und dadurch demokratische Werte unserer Grundordnung gefährdet sind.

Bei einem Gespräch mit OB Becker wegen der geplanten Holzernte 2019 im Lachwald wurden den Vertretern unserer BI die Vorjahresernten vorenthalten. Bei Berücksichtigung dieser Holzmengen hätte OB Becker dem Gemeinderat die Reduzierung der beschlossenen Erntemenge im Lachwald von 350 Efm auf 250 Efm vorschlagen müssen.

Offensichtlich wurden mit Duldung von OB Becker ohne Ratsbeschluss 511 Efm abgeholzt.

Auch war nicht transparent, die vorbereitende Debatte zum Holzeinschlag im Lachwald in einer nicht öffentlichen Sitzung zu führen, denn der Stadtwald gehört weder der Stadtverwaltung, noch dem Gemeinderat. Er gehört allen Einwohnern von Stutensee; deshalb sollte bei unterschiedlicher Auffassung zur Waldnutzung vor einer verbindlichen Entscheidung den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen durch Bürgerbeteiligung ein Mitspracherecht eingeräumt werden. Hiervon lebt die Demokratie, alle Seiten tragen ihre Argumente vor und der erlangte Kompromiss wird umgesetzt. Zur Sitzung waren 3 Förster vom Forstamt eingeladen und hatten Gelegenheit sich zu äußern. Obwohl ein Antrag der Grünen auf eine Umstellung zur naturnahen Waldnutzung vorlag, wurde von OB Becker kein Fachvertreter für einen entsprechenden Vortrag zugelassen. Hier wurden wieder einmal die Entscheider einseitig informiert.

Frau OB Becker sieht sich nicht einmal in der Pflicht, Schreiben zu beantworten.

Die genannten Beschlüsse des Gemeinderats Stutensee unterlagen auch keinem Controlling. Er ist nach § 24 Gemeindeordnung BW verpflichtet, die Ausführung seiner Beschlüsse zu überwachen und beim Auftreten von Missständen in der Gemeindeverwaltung für deren Beseitigung durch den Bürgermeister zu sorgen.

Frau Oberbürgermeisterin Becker – als die vom Gesetzgeber für den Vollzug der Beschlüsse Verantwortliche – sollte daraus Konsequenzen ziehen!



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19.08.2020

NEUES VIDEO 


Seit vielen, vielen Jahren präsentieren die Fledermäuse an Sommerabenden entlang des Lachwald-Randes ein Schauspiel besonderer Art. Durch den Erhalt des Lachwalds entgegen dem Willen der Verantwortlichen der Stadt Stutensee konnte auch die Sommerresidenz dieser geschützten Art erhalten bleiben.


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 02.07.2020  

§§ – Wegweisender OVG-Beschluss für die Forstwirtschaft in Natura-2000 Gebieten


Wir kritisierten bereits den Kahlschlag im Schonwald Lochenwald, der sich auf Stafforter Flächen im europaweiten Natura-2000 Schutzgebietsnetzwerk befindet und damit auch den FFH-Schutzgebietsbestimmungen unterliegt.

Bis vor wenigen Jahren haben naturschutzrechtliche Bestimmungen für den Schutz der Wälder kaum eine Rolle gespielt. Der besondere Artenschutz hat allerdings in der Rechtsprechung stark an Bedeutung gewonnen. Die artenschutzrechtlichen Verbote aus § 44 Bundesnaturschutzgesetz gelten nun auch für Eingriffsvorhaben im Wald und erfordern im Rahmen der Planungen entsprechende Ermittlungs-, Prognose- und Bewertungsansätze.


Schonwald Lochenwald im NATURA 2000 Gebiet: zuerst unsinniger Kahlschlag, danach teure Aufforstung mit Monokultur


Leipzig:

Vor anderthalb Jahren beschloss der Gemeinderat von Leipzig den Forstwirtschaftsplan 2018/2019 für die Holzwirtschaft im Leipziger Auenwald. Mahnende Stimmen von Waldschützern blieben ungehört.

BBIWS-Mitglied NuKLA e.V. in Gemeinschaft mit der GRÜNEN LIGA Sachsen bestritt den Verwaltungsgerichtsweg. Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen erreichten sie im Juni 2020 einen bedeutsamen Durchbruch beim Waldschutz.

In dem Präzedenzfall wegen geplanten Forstarbeiten im Leipziger Auwald stellte das Gericht klar, dass mit Ausnahme von begründeten Maßnahmen der Verkehrssicherung keine Baumfällung ohne eine Verträglichkeitsprüfung nach Maßgabe der Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie durchgeführt werden darf. Das Gericht betonte, im Rahmen der Verträglichkeitsuntersuchung eine erforderliche frühzeitige Einbeziehung der (Umwelt-) Verbände sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Einzelheiten hier.

Damit hat Mitte Juni 2020 das OVG eine Anordnung getroffen, die für die Forstwirtschaft in Natura 2000-Gebieten in ganz Deutschland Gültigkeit erlangt. Der Abholzung nach Gutdünken wurde ein Riegel vorgeschoben; die in Deutschland häufig durchgeführte „Waldpflege“ und „Auflichtung“, letztendlich ein Kahlschlag auf Raten, wurde untersagt.

Der OVG-Beschluss ist endgültig, eine Beschwerde ist ausgeschlossen. Details hier.



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11.06.2020  

UPDATE 

1. Kahlschlag einer Eschenfläche im Lochenwald


Unter „Aktuelles“ berichteten wir am 07.03.2020 im Forstmärchen 2. Teil über den völlig unverständlichen Kahlschlag einer Eschenfläche. Dieser wurde im Waldschutzgebiet des Stafforter Lochenwaldes vorgenommen, der auch zum FFH-Gebiet (Natura 2000) gehört. Das geerntete Holz wurde nach Asien exportiert!

Zuvor wurde der Gemeinderat vom Forstamt einseitig und falsch beraten. Dies führte zu einer Genehmigung dieser Forstarbeiten, obwohl die Lochenwald-Verordnung die Förderung einer Baumarten-Strukturvielfalt und das Anstreben der Naturverjüngung vorsieht, also keine Nachpflanzungen.

Stattdessen wurde laut Artikel der BNN vom 28.11.2018 die Nachpflanzung mit 1000 Stieleichen angekündigt. Somit wurde nach dem Kahlschlag die Eschen-Monokultur durch eine Stieleichen-Monokulturplantage ersetzt, wofür letztendlich die Steuerzahler die Kosten tragen.


Für den beauftragten Bewirtschafter (Forstamt) sind Flächenrodungen praktisch, denn es können durch Einsatz von Erntemaschinen große Waldflächen in kurzer Zeit geräumt werden. Ob ein Kahlschlag einer Eschenfläche auch sinnvoll ist, darüber die Meinung von Förster Peter Wohlleben in einem aktuellen Videobeitrag vom Juni 2020:



2. Plantagen in der Büchiger Hardt, anstatt Naturverjüngung

Am 01.05.2020 berichteten wir im Forstmärchen 6. Teil über den Einsatz eines Harvesters in der Büchiger Hardt. Dieser Harverstereinsatz wurde nach Auskunft des Landratsamtes Karlsruhe von einem Forstpathologen aus humanhygienischer Sicht zur Fällung der mit der Ahorn Rußrindenkrankheit befallenen Bäume der Stadt „empfohlen“. Tatsächlich wurden in der Mehrzahl andere Baumarten gefällt, zum Großteil Eschen, deren Holz sich derzeit noch einigermaßen gut verkaufen lässt.

Auch hier wurden auf Kosten der Steuerzahler neue Plantagen angelegt, anstatt in diesem Landschaftsschutzgebiet auf Naturverjüngung zu setzen. Hierzu nochmal Peter Wohlleben, der beschreibt, wie es die Natur selber macht – ebenfalls ein neues Video vom Juni 2020:



 

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01.05.2020  

Forstmärchen – 6. Teil: "Waldpflege"

Die sogenannte „Waldpflege“ am Beispiel des Schutzgebietes Büchiger Hardt


Viele Gemeinden und kleinere Städte betreiben kein eigenes Forstamt, obwohl dies möglich wäre. Unsere Nachbargemeinden Karlsruhe, Weingarten und Bruchsal führen die Waldbewirtschaftung selbstständig durch und können selbst über die Ökologie und Ökonomie in ihren Wäldern bestimmen. Stutensee dagegen hat sich dem körperschaftlichen Forstamt angeschlossen, das Planung und Durchführung der Forstarbeiten vorgibt und sich jährliche Genehmigungen durch Beschlüsse der Stadträte*innen einholt.

Dadurch entstehen Kosten, die mit geernteten städtischen Bäumen verrechnet werden. Laut Mitteilung der Stadtverwaltung Stutensee vom Januar 2020 konnte durch den Stadtwald (Ernte jährlich rund 1000 Festmeter) kein Gewinn erzielt werden. Abrechnungen der Jahre 2018 und 2019 lägen aber noch nicht vor.

Auffällig sind extreme Eingriffe im Stadtwald seit 2018. Vielleicht konnte dadurch eine Kostendeckung zum Nachteil der Erholungsfunktion erzielt werden. Beispiele für die Eingriffe sind:

Kahlschlag einer Fläche im FFH-Gebiet und Schonwald Lochenwald in Staffort

Holzernte im Übermaß in Zusammenhang mit „Waldumbau“ im Lachwald, trotz Einwänden unserer BI

Harverstereinsatz bei aufgeweichtem Waldboden nach langem Niederschlag im Schutzgebiet Bü. Hardt


Aufgrund der gestiegenen Kosten für die „Waldpflege“ und den fallenden Holzpreisen, wird entsprechend der Kostenaufstellung des Forstbezirks West, die Stadt für die Forstbewirtschaftung im Jahr 2020 rund 30.000,- Euro entrichten müssen. Ursächlich sind Folgekosten für die Kahlschläge wegen Wiederaufforstungen und die Verkleinerung der effektiven Waldbodenfläche nach deren dauerhaften Zerstörung durch den Einsatz tonnenschwerer Erntemaschinen.


Derartige Eingriffe schaden der Natur. Ein dringendes Umdenken in der Waldbewirtschaftung ist erforderlich und wurde bereits mehrfach im Gemeinderat angesprochen. Sowohl für den städtischen Haushalt als auch für die Natur im Wald ist es besser, die Waldbewirtschaftung zu begrenzen. Wirkungsvolle Sofortmaßnahmen wären bodenschädigende Harvester aus dem Stadtwald zu verbannen und für die Bewirtschaftung das in vielen Städten bewährte „Lübecker Modell“ zu übernehmen.

Video über die naturnahe Waldwirtschaft im Stadtwald Lübeck:



Sogenannte „Waldpflege“ am Beispiel der Büchiger Hardt

Besondere Lage: die Büchiger Hardt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet "Bruchwaldgebiet der alten Kinzig-Murg-Rinne". Sie ist damit bereits seit 1965 in einer Schutzzone, die in den Augen vieler Besucher nicht schutzwürdig bewirtschaftet wird.

Wozu dann Landschaftsschutzgebiete? Mehr Schein als Sein!


Vergleich: diese Fotos wurden am selben Standort aufgenommen.




Ohne Rücksicht auf die im Waldboden lebende biologische Vielfalt (Biodiversität) wurde in der Büchiger Hardt nach einer langen Regenperiode zur Fällung ein Harvester eingesetzt. Durch die Vibrationen der Gerätschaften wurde der Waldboden dauerhaft verdichtet und geschädigt.


Peter Wohlleben über verdichtete Böden:



Vor der Genehmigung für 2020 berichteten die Förster öffentlich über folgende Vorgehensweise bei den Forstarbeiten:

Naturnah, hieß es gegenüber dem zuständigen beschließenden Ausschuss der Gemeinde Stutensee vor dem Beschluss zur Waldbewirtschaftung für das Jahr 2020.

Stattdessen wurden tonnenschwere, waldbodenzerstörende Erntemaschinen wie Harvester und Forwarder im Schutzgebiet eingesetzt.

In der Büchiger Hardt wurden alle 20m links und rechts des Waldweges auf Rückegassen der Waldboden mit einem Vollernter befahren, bis hin zu den Waldrändern. Dadurch wurde der Boden stark verdichtet und zerstört. Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen dies; ebenso werden die Wurzeln benachbarter Bäume verletzt, was zum Absterben weiterer Bäume führt. Nicht einmal der aufgeweichte Boden, nach den zuvor ausgiebigen Niederschlägen, hielten die Förster davon ab, die Forstarbeiten zu durchzuführen.

Fotos über die Harvesterspuren hatten wir im letzten Forstmärchen – 5. Teil gezeigt. Aufgrund der vielen eingegangenen Empörungen, haben wir die Bilder dem Landratsamt Karlsruhe (LRA KA) zugesandt und um Stellungnahme gebeten.


Der leitende Angehörige des Landratsamtes Karlsruhe (LRA KA) Umwelt und Technik – findet diese Vorgehensweise in Ordnung.

Zitat: „Wie in allen anderen Wirtschaftsbereichen auch, ist auch im Forstbereich die Zahl der für solche Arbeiten tätigen Unternehmen begrenzt. Diese können bei passenden Witterungsverhältnissen nicht überall gleichzeitig bei der Holzbringung tätig werden.“

Ein derartiges Management, das starke Witterungseinflüsse in Schutzgebieten nicht berücksichtigt, dürfte die Stadt Stutensee als Waldeigentümer nicht dulden. Die Stadtverwaltung war am Schriftverkehr beteiligt, da sie alleine für ihren "Grund und Boden" verantwortlich ist. Ebenso für die Waldbewirtschaftung. Der Harvestereinsatz wurde nach dem Sturmtief Sabine in einer Blitzaktion ohne Beteiligung des zuständigen Gemeindegremiums vorgenommen und war bereits Ende Februar abgeschlossen.

Nachfolgend alle Fragen und Antworten zu unserer Anfrage beim Landratsamt Karlsruhe wegen den verursachten Bodenschäden aufgrund des Harverstereinsatzes; eine Fotoserie war beigfügt.




Unsere sechs gestellten Fragen wurden vom Landratsamt nicht beantwortet. Wir haben lediglich eine pauschalisierte Auskunft erhalten und versucht, den Inhalt unseren Fragen zuzuordnen:

Frage: Es wird um eine naturschutzrechtliche Beurteilung des Sachverhalts unter Einbeziehung der Landschaftsschutzverordnung sowie den bodenschutzrechtlichen Bestimmungen gebeten.

Antwort: "Nach Erkenntnis der unteren Naturschutzbehörde sind die durchgeführten Maßnahmen auch nicht zu beanstanden. Sie waren vielmehr notwendig um die Sicherung des Waldbestandes möglichst dauerhaft zu sichern. Bei der Beurteilung die Naturschutzbehörde auch die von Ihnen zugesandten Bilder ausgewertet."

(Anm.: letzter Satz lautete so, kein Übertragungsfehler unsererseits)

Frage: Waren dem Forstamt diese Bestimmungen und die genannten wissenschaftlichen Erkenntnisse bekannt?

Antwort: "Dem Forstamt und den vor Ort tätigen Mitarbeitern sind die bodenphysikalischen Zusammenhänge und die Bedeutung einer Landschaftsschutzgebietsverordnung bekannt."

Frage: Halten Sie als „Schwesterabteilung“ eine Separierung und ordnungsgemäße Entsorgung der von der Ahorn Rußrindenkrankheit befallenen wenigen Stämme ebenfalls für nicht erforderlich?

Antwort: "Der Vollernter kam Anfang März zum Einsatz, das Hackerunternehmen war am 31.03/01.04 vor Ort und hat das Hackgut umgehend zur thermischen Verwertung weggefahren."

(Anm.: Entgegen der Aussage des LRA war der Maschineneinsatz des Harvesters bereits Ende Februar beendet; die zu entsorgenden gesundheitsgefährdeten Stämme wurden zwar zwischenzeitlich entfernt, aber nach über einem Monat Verzug hätte sich das LRA die Bemerkung „umgehend“ ersparen können.)

Frage: Können Sie dem Forstamt andere Schutzmaßnahmen empfehlen, als den Einsatz eines Harvesters zur Vorbeugung gesundheitlicher Schäden beim Fällen von Bäumen mit der Ahorn Rußrindenkrankheit, falls ja welche?

Antwort: keine

Frage: Welche weiteren Konsequenzen werden Sie dem Forstamt empfehlen bzw. können die vom Forstamt durchgeführten Maßnahmen zukünftig weiterhin in gleicher Verfahrensweise vorgenommen werden?

Antwort: keine

Frage: Werden Sie veranlassen, dass die durch die Bewirtschaftung entstandenen Schäden vom Forstamt beseitigt werden?

Antwort: keine.

Fazit: von 6 Fragen wurden 3 beantwortet, die 3. Frage falsch, um den Zeitpunkt absichtlich in eine längere Trockenphase zu verschieben. Will oder kann man keine umfängliche Stellung beziehen? Wir haben inzwischen ein weiteres Auskunftsersuchen nach dem Umweltinformationsgesetz beim LRA KA gestellt. Die Antwort steht noch aus.

 

Ungefragt teilte das LRA KA mit, „dass viele Bäume schon beim Anpacken mit dem Greifer brachen. Die Fällung war daher aus Versicherungspflichten notwendig.“

Offensichtlich wurde nicht damit gerechnet, dass unmittelbar nach Beendigung des Harvestereinsatzes ein Video aufgenommen worden war, das dieses Forstmärchen entlarvt. Denn auf dem Video sind keine abgebrochenen Bäume zu erkennen, lediglich glatte Sägeschnitte. Auch der Hinweis des LRA KA auf die „Verkehrssicherungspflichten“ ist ein altbekanntes Forstmärchen.

Haftungsrechtliche Gründe wegen "Verkehrssicherungspflichten" gibt es in dem betroffenen Waldstück nämlich nicht. Siehe Forstmärchen 3. Teil "Fällungen wegen der Verkehrssicherungspflicht"


Das nachfolgende Video zeigt den Waldzustand nach dem Harvestereinsatz Ende Februar.



Außerdem wies das LRA KA auf eine zwischenzeitliche Wiederaufforstung der kahl geschlagenen Stellen hin. Dies widerspricht erneut den öffentlichen Versprechen der Förster:

„Naturnah“ würde die Waldbewirtschaftung 2020 in Stutensee erfolgen. Allerdings wird im traditionellen naturnahen Waldbau ausschließlich ohne Nachpflanzung, sondern mit natürlicher Verjüngung gearbeitet. Unter Naturverjüngung versteht man die Entstehung einer neuen Generation von Bäumen, ohne dass sie durch den Menschen gesät oder gepflanzt wurden. Die jungen Bäume wachsen also aus Samen, die von den umstehenden Bäumen gefallen sind, vom Wind auf die Fläche geweht oder von Tieren herangetragen wurden.

Riesiger Vorteil: es fallen keine Pflanz- und Saatkosten an, die Naturverjüngung erfolgt nahezu kostenfrei.

Nachteil: eine vorsichtige Waldbewirtschaftung ist vorzunehmen. Um bei der Fällung der Altbäume keine größeren Schäden an der Naturverjüngung zu verursachen, ist bei den Erntemaßnahmen erhöhte Umsicht geboten. Dieser Nachteil erweist sich allerdings für die Natur als Vorteil, was beim Einsatz mit großen Erntemaschinen nicht der Fall ist.

Jetzt im Frühjahr ist die Schädigung im Wald durch die Fahrspurverdichtungen deutlich zu erkennen. In den Fahrspuren wurden vorhandene Jungbäume vernichtet, ein Wachstum ist nicht mehr möglich. Ohne oberflächliche Bodenbearbeitung ist ein Keimen von Flugsamen nicht mehr möglich. Lediglich am Rand und zwischen den Radspuren haben sich umgeknickte Jungbäume wieder aufgerichtet und sind bereits belaubt. Leider wachsen sie auf den befahrenen Rückegassen und haben beim nächsten Harverstereinsatz keine Chance zum Überleben.

Stattdessen sieht man daneben teure Baumplantagen vom April, obwohl wir laut Klimastatistik bereits den zwölften trockenen April in Folge erleben. Ob die Bäume mangels Regen alle anwachsen, ist fragwürdig. Auch handelt es sich um die denkbar teuerste Lösung für die Waldbewirtschaftung, die bei versprochener Vorgehensweise hätte vermieden werden können.





Das nachfolgende YouTube Video zeigt einen 10-fach größeren Wald im Verhältnis zur Büchiger Hardt. Unter Berücksichtigung dieses Größenverhältnisses wird einleuchtend, dass man in kleinen Wäldern gänzlich auf Harvester verzichten kann.

YouTube Video Bayerischer Rundfunk: Harvester: Holzerntemaschinen setzen Wald unter Druck



 

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04.04.2020  

FORSTMÄRCHEN – 5. Teil : 

"Einsatz von Rückepferden ist Tierquälerei"


Der Kommunalwald von Stutensee wird vom zuständigen Forstamt des Landratsamts Karlsruhe bewirtschaftet. Im Februar 2020 wurde ein Teil der Büchiger Hardt durchforstet. „Naturnah“, wie es dem zuständigen beschließenden Ausschuss der Gemeinde Stutensee vor dem Beschluss zur Waldbewirtschaftung für das Jahr 2020 durch die Anwesenden des Forstamts vermittelt wurde. Stattdessen wurden schwere, waldbodenzerstörende Erntemaschinen wie Harvester und Forwarder eingesetzt. Bereits bei der Lachwaldbegehung am 22.12.2018 wurde von einer Mitbürgerin auf den möglichen Einsatz von Rückepferden hingewiesen. Was andernorts problemlos möglich ist, wurde von einem der Förster als Tierquälerei abgetan. Obwohl es sich gerade auch in kleineren Waldstücken anbietet.

Besonders interessant: der Stadtwald Büchiger Hardt ist seit 20 Jahren Teil des Landschaftsschutzgebietes „Blankenlocher Wiesen“. Laut der entsprechenden Verordnung des Landratsamtes Karlsruhe ist im dortigen Landschaftsschutzgebiet eine ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung festgeschrieben. Das Forstamt, Teil dieses Landratsamts, kümmert es offensichtlich nicht. Entlang des Hauptweges wurden links und rechts ca. alle 20 m Gassen für die schweren Erntemaschinen angelegt. Der Waldboden ist für Jahrzehnte geschädigt.
Update: wir wurden informiert, dass die Büchiger Hardt im Landschaftsschutzgebiet "Bruchwaldgebiet der alten Kinzig-Murg-Rinne" liegt. Eigentlich noch schlimmer, denn damit liegt die Waldfläche bereits seit dem Jahre 1965 in einer Schutzzone, wird aber nicht schutzwürdig bewirtschaftet.


Harvester-Schäden: Bilder aus der Büchiger Hardt nach der Durchforstung im Februar 2020


weitere Fotos hier


Wurden dadurch die Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger auch geschädigt? Selbstverständlich! Es handelt sich bei der Büchiger Hardt um einen Teil des Stadtwaldes, der allen Bürgerinnen und Bürgern gehört. Er ist Naherholungsgebiet. Wochenlang war er wegen Forstarbeiten gesperrt. Noch heute ist der Waldweg durch die Art und Weise der Durchführung dieser Forstarbeiten schlecht begehbar und es entstand der Gemeinde auch ein finanzieller Schaden.

Hierzu Peter Wohlleben und sein Wunsch nach mehr Pferdeeinsatz



Wie stark der Waldboden durch Harvester unter Druck steht und geschädigt wird, beschreibt Autor Daniel Schwenk von der ARD (BR):



Es würde auch anders gehen,       

denn „wirkliche“ naturnahe Waldbewirtschaftung sind Einzelbaumentnahmen durch motormanuelle Fällungen zusammen mit dem Einsatz von Rückepferden. Rückepferde werden im Wald für das Bewegen von Holzstämmen eingesetzt. Die Kaltblüter sind Umweltschoner, sie belasten den Boden weniger als maschinelle Forstschlepper. Der Einsatz von Rückepferden ist keine Tierquälerei, wenn die Arbeitsbedingungen für die Tiere erfüllt und die Pferde bei der Arbeit beobachtet werden. Bei dem im nachfolgenden Video gezeigten Pferd Joke stellte sich bald heraus, dass er für die anspruchsvolle Arbeit nicht geeignet war. Für ihn verrichtet inzwischen Eiko zusammen mit Indigo den Rückedienst.



In vielen Wäldern Deutschlands ist der Einsatz von Rückepferden Tradition. Dort wurden niemals Maschinen eingesetzt. In anderen Wäldern kehrt man nach der Umstellung auf Maschinen teilweise zum Einsatz von Rückepferden zurück. So auch in unserer Nachbarstadt Karlsruhe, die im Gegensatz zu Stutensee ein eigenes Forstamt betreibt. Ein richtungsweisender Weg zur Minderung von Bodenschäden.

Über die tierische Unterstützung durch Filou und Tamino berichteten die KA-News am 18.02.2020:




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29.03.2020  

FORSTMÄRCHEN – 4. Teil : 

"Holzverwendung ist Klimaschutz"


Das Gegenteil ist der Fall. Beim Klimaschutz sind die Wälder die besten Verbündeten. Sie binden das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2), ebenso wie der unbefahrene Waldboden. Der deutsche Wald entlastet das Klima jährlich um etwa 50 Millionen Tonnen CO2. Im Grundsatz gilt: je natürlicher ein Wald ist, desto größer ist seine klimaschonende Wirkung. Neben der Speicherung von Kohlenstoff bilden Bäume jede Menge Sauerstoff, regulieren das Mikroklima und sind gleichzeitig Lebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Der Verlust und die Schädigung von Wäldern tragen jedes Jahr erheblich zum Artensterben und Klimawandel bei.


Peter Wohlleben: Wald – unser Verbündeter im Klimawandel



Holz ist ein nachwachsender, doch nur begrenzt verfügbarer Rohstoff. Er sollte daher bewusst und sparsam eingesetzt werden.
Die Lösung: Um den im Holz gespeicherten Kohlenstoff möglichst dauerhaft zu binden, ist die Verwendung in langlebigen Produkten, zum Beispiel als Baustoff oder hochwertiges Möbelstück, sinnvoll. Weiteres über Klima, Mensch und Natur von Greenpeace hier


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21.03.2020  

"TAG DES WALDES" – in Zeiten der Corona-Krise


Gedanken zum „Tag des Waldes“ am 21.03.2020 von Peter Wohlleben:



Pressemitteilung der BBIWS zum "Tag des Waldes":

Warum sich Hänsel und Gretel nie mehr im Wald verirren

Wer kennt es nicht - das Märchen von Hänsel und Gretel, die sich einst im dichten, dunklen Wald verliefen und „Zuflucht“ im Hexenhaus fanden - bis sie erkannten, dass sie in die Irre geführt wurden.



In heutigen Zeiten dürfte es kaum noch möglich sein, sich im Wald zu verlaufen, denn aus einst dichten dunklen Wäldern sind fast überall in Deutschland lichte Orte geworden, die durch dünne Bäumchen hindurch den Himmel erblicken lassen – ein fast gläserner Wald mit breiten Forststraßen und einem dichten Netz von Rückegassen, wo schwere Forstmaschinen das ganze Jahr über mit hohen Kollateralschäden an Bäumen und Böden wüten...

weiterlesen auf der Homepage der BBIWS



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13.03.2020

FORSTMÄRCHEN – 3. Teil : 

"Fällungen wegen der Verkehrssicherungspflicht"

 

Dieses Forstmärchen hört man seitens vieler Förster im Zusammenhang mit der Erholungsfunktion in den Wäldern immer wieder, wenn es darum geht, Baumfällungen zu rechtfertigen. Kommunen werden falsch informiert, den Waldspaziergängern wird vorgegaukelt, sie vor Schaden bewahren zu müssen. Krankheiten einzelner Bäume werden aufgeführt, um aus rein wirtschaftlichem Interesse geplante Durchforstungen zu begründen. Teilweise werden mit ähnlichen Argumentationen sogar Kahlschläge durchgeführt, denn ein großer Holzeinschlag ist kostengünstiger, als mehrere kleine.

Außerhalb des Waldes gibt es eine Verkehrssicherungspflicht z. B. im öffentlichen Verkehrsraum auf allen öffentlich gewidmeten Plätzen, Straßen und Wegen. So auch auf Straßen, Fuß- oder Radwegen entlang des Waldrandes.

Im Wald gibt es eine Verkehrssicherungspflicht für nicht waldtypische Gefahren. Das sind z. B. Gefahrenstellen, die durch (Forst-) Arbeiten entstehen oder entstanden sind. Das auf dem Bild sichtbare „Grab“ wurde von Bediensteten der Forschungs- und Versuchsanstalt Freiburg im Oberwald Karlsruhe Ende Januar 2020 ausgehoben und in diesem Zustand zurückgelassen. Hier würde bei einer Unfallverletzung ein Haftungsrecht wegen mangelhafter Verkehrssicherungspflicht entstehen.


Im Wald gibt es grundsätzlich keine Verkehrssicherungspflicht für waldtypische Gefahren, auch wenn das immer wieder so dargestellt wird. § 14 Bundeswaldgesetz gestattet Spaziergängern, Radfahrern und Reitern ein Betretungsrecht „auf eigene Gefahr“.

Details darüber im Video von Peter Wohlleben:



Durch die Einschränkung auf eigene Gefahr wird ein Haftungsrecht des Waldbesitzers für waldtypische Gefahren grundsätzlich ausgeschlossen; d. h. jeder Waldbesucher muss für seinen erlittenen Schaden selbst aufkommen, egal, ob er sich auf einem Waldweg oder querfeldein bewegte.

Allerdings wurden Ausnahmen durch die Rechtsprechung entwickelt. Diese beziehen sich nur auf das Schlagen instabiler Bäume. Inwieweit ein Baum dementsprechend eingeschätzt wird, entscheiden die Fachleute.

Dabei gibt es Unterschiede, wie Peter Wohlleben berichtet:



Haftung besteht bei:

1. Besonderen Anziehungspunkten, wie z. B. Waldkindergärten und Spielplätzen im Wald.



2. Bäumen in Randlage zu Privatgrundstücken (analog der Haftung im öffentlichen Verkehrsraum, s. o.).

3. Waldwegen, die als offizielle Wanderwege ausgewiesen sind.

Hier ein Link zur detaillierten Aufstellung von Verkehrssicherungspflichten der Gemeinden.



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07.03.2020

FORSTMÄRCHEN – 2. Teil : 

"Wird weniger Holz geerntet, müssen wir mehr importieren"

 

Es würde genügen, die Exporte zu reduzieren, denn der Holzexport nach Asien boomt. Während es in deutschen Sägewerken an Buchenrundholz mangelt, stieg die Ausfuhr nach China im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um weitere 20 % auf 95.000 Kubikmeter. Noch dramatischer zeigt sich die Entwicklung bei Eichenstämmen. Dort hat sich die Exportquote zwischen Januar/Februar 2017 und Januar/Februar 2018 um 173 % (von 6.800 auf 18.500 Kubikmeter) fast verdreifacht. Zitat von Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie: „Wir steuern auf eine folgenschwere Fehlentwicklung in der heimischen Forst- und Holzwirtschaft hin. Es ist ökologisch und ökonomisch bedenklich, wenn wir die Möglichkeit vertun, unsere Rohstoffe im eigenen Land zu verarbeiten.“

Quelle: ForstPraxis.de

Bundesweit beklagen derzeit Wald- und Naturschützer den massiven Einschlag von gesunden und massiven alten Buchen und Eichen – zusätzlich zum gefällten Schadholz. Dies wurde von der BundesBürgerInitiative WaldSchutz dokumentiert.

Hier zum Bericht „Trotz Waldsterben – der Ausverkauf der Wälder geht weiter!“

und eine Kurzsatire von Peter Wohlleben:



2007 hatte die Bundesregierung die "Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt" beschlossen. Eines der Ziele lautete, dass der Anteil der Naturwälder bis 2020 fünf Prozent umfassen soll. Dieses Ziel wurde verfehlt. Gerade mal 2,8 Prozent der Wälder in Deutschland dürfen sich bisher natürlich entwickeln. Die Forstwirtschaft weigert sich, aus gewinnorientierten Gründen Flächen zur Verfügung zu stellen. Auch dieses Problem könnte allein durch die Reduzierung des Holzexports gelöst werden.

Peter Wohlleben zum 5%-Ziel der Bundesregierung:

 


Für den Regenwald in Bolivien sind die massiven Eingriffe in die deutschen Wälder vorteilhaft, denn Asien bevorzugt derzeit aufgrund des Preisverfalles Holz aus Deutschland.


Auch das Holz aus Stutensee wurde nach Asien exportiert. Darüber berichteten die Badischen Neuesten Nachrichten am 28.11.2018:

Laut dem obigen Artikel in den BNN, kündigte der zuständige Förster den Kahlschlag einer Eschenfläche, die Fällungen der von Borkenkäfer geschädigten Nadelhölzer, und dadurch die Erzielung eines kleinen Plus von etwa 200 Euro für die Stadt  an.

War das erforderlich? 

Zum Schutz benachbarter Fichten ist die Fällung der von Borkenkäfer befallenen Fichten fast alternativlos. Zumindest noch besser, als der Einsatz der vielen Liter Pestizide, wie das flüssige Karate Forst, das von den Forstbewirtschaftern in den Stadtwäldern anderer Kommunen im Landkreis Karlsruhe eingesetzt wurde.

Völlig unverständlich dagegen ist der Kahlschlag der in den BNN erwähnten Eschenflächen. Die Eschen waren einst die Lieblinge der Förster. Heute sind sie wegen eines aus Asien stammenden Pilzes vom Aussterben bedroht. Das Eschentriebsterben beeinträchtigt keine anderen Baumarten. Heilmittel gibt es nicht. Kahlschlag ganzer Flächen ist ökologisch nicht sinnvoll, denn auch Totholz dient dem Artenschutz. Ein Kahlschlag ist kostengünstig, denn mehrere kleine Eingriffe sind teurer als ein großer.

Der Kahlschlag erfolgte im Lochenwald des Stadtteils Staffort. Sogar in einem Bereich des Lochenwalds, der als sogenannter Schonwald besonders geschützt ist.


Kahlschläge gelten allgemein als der ökologische GAU (größter anzunehmender Unfall). Bisher haben naturschutzrechtliche Bestimmungen für den Schutz der Wälder kaum eine Rolle gespielt. Der besondere Artenschutz hat in der Rechtsprechung in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die artenschutzrechtlichen Verbote aus § 44 Bundesnaturschutzgesetz gelten nun auch für Eingriffsvorhaben im Wald und erfordern im Rahmen der Planungen entsprechende Ermittlungs-, Prognose- und Bewertungsansätze. Was Kahlschläge im Wald bewirken, steht in der Auflistung von Franz Josef Adrian.



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28.02.2020       

FORSTMÄRCHEN – 1. Teil : 

"Cluster Forst und Holz, der große Wirtschaftszweig"



Bereits vor 12 Jahren schrieb der ehemalige Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Franz Bibelriether,  wegen der bundesweiten Umwandlung der Landesforstverwaltungen in auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Forstunternehmen, einen Aufsatz über die Forst- und Holzmärchen. Er griff die Interessenvertreter scharf an und warf den Verantwortlichen „Schönfärberei“, „kaum zu überbietende Falschaussagen“, „reine Erfindungen“, „professionelle Falschinformationen“, „bewusste Unwahrheiten“ und „unglaubliche Volksverdummung“ vor. Sein Aufsatz hat bis heute nichts an Aktualität verloren, nach wie vor werden Märchen erzählt, dass sich die Balken biegen.


Der 1. Teil unserer Reihe informiert über den „Cluster Forst und Holz, den großen Wirtschaftszweig".

Die Forstwirtschaft in Deutschland behauptet, 1,1 Millionen Personen seien im "Cluster Forst und Holz" beschäftigt, die rund 177 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Zitat der Fortwirtschaft: „Damit arbeiten mehr Menschen in dieser Branche als beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilindustrie!“

Die Forstwirtschaft resultiert daraus, dass der sogenannte „Cluster Forst und Holz“ ein sehr bedeutsamer Wirtschaftszweig sei, der unterstützt und subventioniert werden müsse.

Tatsächlich aber umfasst die Forstwirtschaft lediglich 6 Mrd. Euro Umsatz mit 60 Tausend Beschäftigten. Denn zum Cluster Forst und Holz zählt die Forstwirtschaft (ungefragt) die verarbeitende Industrie wie Papierwirtschaft, Holzhandwerk, Verlage, Druckereien usw. hinzu.


Peter Wohlleben über den "Cluster Forst und Holz":




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22.02.2020

Stadtwald Büchiger Hardt – ein Beispiel für die Ausbeutung unserer Wälder


Vor 200 Jahren war das Waldstück zwischen Büchig und Blankenloch an der Gemarkungsgrenze zu Karlsruhe noch ca. 25 ha groß. Es liegt an der Ostseite von Stutensee, in der Nähe der Pfinz und ist zwischenzeitlich auf 4,5 Hektar geschrumpft. Nicht nur der Klimawandel, sondern jahrzehntelange falsche Forstbewirtschaftung haben den am Rande liegenden unbeachteten Teil des Stadtwaldes negativ beeinflusst. Hier wird erkennbar, wozu die Forsten in der Lage sind – oder auch nicht. Die wenigen älteren Bäume der Büchiger Hardt befinden sich zum Schutz gegen Stürme am Waldesrand. Im Innern des Waldes stehen nur junge Bäume aneinandergereiht. Man erkennt sofort, wie dieser Wald in den vergangenen Jahren ausgebeutet worden ist.


Greenpeace setzt sich weltweit für den Bestand der Wälder ein; die Forderungen in Stuttg. am 18.2. stehen auf ihren Transparenten


Aufgrund der Vielzahl dünner Stämme entsteht der Eindruck, als würde es sich um einen jungen Wald handeln, der vor ca. 25 – 35 Jahren angelegt wurde. Alte Bäume im Innern sind hier eine Seltenheit. Durch den Wald führt ein einziger Weg, der derzeit wegen umgefallener Bäume nach dem Sturmtief Sabine gesperrt ist. Am Wegesrand liegen heute noch dünne Stämme (Durchmesser unter 25 cm) aus der Holzernte 2017, die vermutlich unverkäuflich waren und vor sich hingammeln. Ökologisch ist es sinnvoller, solches Totholz stehen oder vor Ort auf dem Waldboden liegen zu lassen.



In der Stutensee-Woche vom 20.02.2020 teilte die Stadtverwaltung mit, dass wegen Sturmschadens, des Eschentriebsterbens und der Ahorn Rußrindenkrankheit weitere Bäume gefällt werden müssen.  

Damit wird die Büchiger Hardt das sichtbare Paradebeispiel einer falschen Waldbewirtschaftung; das Video zeigt die Transparenz des Waldstückes vor dem Sturmtief "Sabine".



Das Sturmtief Sabine hat im gesamten Stadtwald, insbesondere in der Büchiger Hardt, seine Spuren hinterlassen. Durch die Freistellung von Bäumen wurden Kronendächer aufgerissen, wodurch für den Wind größere Angriffsflächen entstanden sind. Hier ist sichtbar, wie gleichzeitig mehr Sonnenlicht auf den Waldboden dringt und das Waldbodenklima durch die Forstarbeiten verändert wurde. Nützliche Waldbodenpflanzen vertrockneten und Dornensträucher breiteten sich aus.


Eschentriebsterben. Bei Förstern waren Eschen äußerst beliebt. Waren! Zwischenzeitlich sind sie wegen eines aus Asien stammenden Pilzes vom Aussterben bedroht. Insbesondere die Jungen Eschenplantagen, wie im Stadtwald Stutensee, sind betroffen. Heilmittel gibt es nicht.



Ahorn Rußrindenkrankheit. Ursächlich für die Krankheit ist ein vor wenigen Jahren eingeschleppter Pilz, der aber keine gesunden Bäume schädigt. Erst wenn Bäume durch die Klimaveränderung sowie durch die künstlich erzeugten Veränderungen des Waldbodenklimas geschwächt sind, können sie vom Pilz befallen werden. Die Pilzsporen sind auch für Menschen gesundheitsgefährdend, insbesondere sind Allergiker betroffen.

Zeichen für einen Befall des Baumes sind die aufreißende Rinde an absterbenden Ahornbäumen und die darunter sichtbaren dunklen, rußähnlichen Pilzsporen. Fällungen sind die einzige Möglichkeit. Diese werden teuer, weil besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Das Holz ist unverkäuflich, es ist auch nicht als Brennholz geeignet. Aus Sicherheitsgründen ist eine sofortige Verbringung aus dem Wald erforderlich, eine Entsorgung durch Verbrennen vor Ort empfehlenswert. Beim gleichzeitigen Einsatz der Feuerwehr kann der gesundheitsschädliche Sporenflug durch Bewässerungsmaßnahmen eingedämmt werden. Wie die Entsorgung in Stutensee erfolgt, ist dem Bericht der Stadt nicht zu entnehmen.



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14.02.2020

Bürgerschaftswahl am 23.02.2020 in Hamburg –

bleibt der letzte Urwald Deutschlands erhalten?


Die nächste Bürgerschaftswahl in Hamburg findet am 23. Februar 2020 statt. Wird sie den letzten Urwald Deutschlands, ein vergessenes und niemals durchforstetes Waldstück, retten? Zwischenzeitlich ist der kleine Wald im Norden so bekannt, wie der kleine Lachwald im Süden.

Videobeschreibung des NDR: Gleich neben Autobahn, Containern, Logistikhallen und Industrie wächst am südlichen Rand des Hamburger Hafens ein märchenhaft verwunschener Wald. Es ist ein Laubwald mit 20 verschiedenen Baumarten - und darunter ein Dschungel aus üppiger Bodenvegetation, völlig wild, ohne Wege und Pfade. Ein vergessener Wald, der 60 Jahre lang ohne menschlichen Einfluss gewachsen ist. Heute eine fast unberührte Wildnis. Als im Sommer 2019 bekannt wurde, dass dieser wilde Wald mit seinen mehr als 20.000 Bäumen im Herbst für den Bau von Logistikhallen gerodet werden sollte, bildeten Bürgerinnen und Bürger aus den nahen Stadtteilen spontan die Klimaschutz-Initiative Vollhöfner Wald, die seither den Erhalt dieser wilden Natur einfordert. Hamburgs Politiker hatten im Vorwahlkampf ein Moratorium angeboten, mit einem Aufschub der Fällungen bis zur Wahl. Im Herbst 2019 bauten junge Aktivisten plötzlich ein Baumhaus wie im berühmten Hambacher Forst. Der Hamburger Senat ordnete sofort die polizeiliche Räumung an. Und der Wald wurde danach für alle Bürgerinnen und Bürger gesperrt. Betreten verboten.



Der NDR "NaturNah" zeigt den wilden Wald und beobachtet die Menschen, die sich schützend vor ihn stellen und hoffen, dass diese kleine Wildnis am Ende doch erhalten bleibt.


 

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28.01.2020 

incl. Update 08.02.2020    

PETER WOHLLEBEN auf Kino Tour in Karlsruhe – 

beantwortet Fragen und thematisiert LACHWALD


Seit dem 23.01.2020 läuft der Dokumentarfilm zum Bestsellerbuch „Das geheime Leben der Bäume“, das in 41 Sprachen übersetzt wurde, in den Kinos. Förster und Buchautor Peter Wohlleben, der somit auch außerhalb der Landesgrenzen für ein neues Verständnis für den Wald, für eine schonendere Bewirtschaftung und eine Abkehr von Monokulturen plädiert, war zwischen den beiden Vorstellungen im Filmpalast am ZKM persönlich anwesend, gab Presseinterviews und signierte den Zuschauern und Fans ihre mitgebrachten Bücher.


Vor Beginn der Filmvorführung beantwortete Peter Wohlleben im vollbesetzten Kinosaal – unter der Moderation des Radiosenders „neue welle“ – die Fragen der Kinobesucher. So wurden u.a. von einer Bewohnerin der Waldstadt die vielen Baumfällungen dort im vergangenen Jahr hinterfragt. Völlig überraschend sprach Peter Wohlleben darauf hin auch den LACHWALD und das Engagement der Bürgerinitiative Lachwald-erhalten an. Das Publikum reagierte mit Beifall. Was wiederum gezeigt hat, dass der LACHWALD längst über die Stadtgrenzen von Stutensee hinaus bekannt ist und mittlerweile sogar bundesweit beispielhaft großes Interesse erfuhr – wie zuvor auch bei der bundesweiten Tagung der Waldbürgerinitiativen in Peter Wohllebens WALDAKADEMIE.



Der Film „Das geheime Leben der Bäume“ beruht auf Erkenntnissen der waldökologischen Forschung aus dem 21. Jahrhundert und begeistert die Kinobesucher mit beeindruckenden Naturszenen. Er lässt auf der großen Leinwand die Faszination Wald erleben, Zusammenhänge verstehen und einen Kämpfer für natürliche Wälder begleiten. Die Botschaft ist:  weg von Monokulturen und Plantagenwirtschaft der vergangenen Jahrzehnte. Dafür hagelt es zunehmend Kritik von den Waldexperten der FORSTWIRTSCHAFT, die gerne so weiter wirtschaften möchten wie bisher – immer mehr Holzeinschlag mit immer größeren und bodenverdichtenden Erntemaschinen (Harvestern).



Das Thema passt in die aktuelle politische Situation – die Menschen erkennen, dass etwas passieren muss. Über 300 Besucher in nur einer Vorstellung von vielen, zeigt das sehr hohe Interesse der Menschen für den Wald. Kinobesucher stehen Schlange, auch Wissenschaftler und Forstbedienstete aus der Region zeigten durch ihre Anwesenheit ihr Interesse. Ein Ziel von Peter Wohlleben ist, die längst überfällige Walddebatte anzustoßen. MeinKA führte ein Interview mit Peter Wohlleben.



Das Interview des Stadtportals von Karlsruhe finden Sie auf meinKA


Peter Wohlleben pocht nicht auf den völligen Verzicht auf Holzwirtschaft, sondern auf einen schonenden und naturnahen Umgang mit dem Wald. Sein Millionenpublikum wächst stetig weiter. Hinter ihm stehen anerkannte Waldexperten wie Dr. Lutz Fähser, namhafte Wissenschaftler sowie die bundesweiten Waldbürgerinitiativen unter dem Dach der BundesBürgerInitiative WaldSchutz.


Die NATURWALD AKADEMIE fordert eine offene gesellschaftliche Diskussion zum Wald; die Politiker sind angesprochen, demokratisch zu handeln. Vom Bund, den Ländern bis hin zu den Gemeinden. Über die Zukunft des Waldes entscheiden wir alle. Hier zum Film-Statement der Naturwald Akademie.

Ein Kommentar aus der BBIWS zum Film "Das Geheime Leben der Bäume" mit dem Titel "Verschaukelt im Wald"  hier



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Update

ARD ttt berichtete über den Kinofilm – "Das Geheime Leben der Bäume"

Die ARD Sendung "titel thesen temperamente" berichtete mit vielen Ausschnitten über den Kinofilm



Übrigens: in der ersten Woche über 120.000 Kinobesucher. Wir gratulieren! Dadurch werden Bäume in gleicher Anzahl neu gepflanzt, denn jede verkaufte Eintrittskarte fördert ein Baumprojekt.


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23.01.2020

Förster Peter Wohlleben´s Bestseller-Buch kommt ins Kino – ab 23.01.2020


23.01.2020 Trailer von Wohlleben´s Kinofilm "Das Geheime Leben der Bäume"



★ FSK: ab 0 Jahre ★ Filmlänge: 101 Minuten ★Vorführungen in unserer Umgebung★ Verleih: Constantin Film Verleih


Filmvorführungen in der Region Termine, Karten und Resiervierungen: 

Kalrsruhe, Filmpalast am ZKM: https://www.filmpalast.net

Bruchsal, Cineplex: https://www.cineplex.de/programm/bruchsal/


23.01.2019 ZDF: Peter Wohlleben bei Markus Lanz – Ausschnitt nur mit Peter Wohlleben




23.01.2019 ZDF: Peter Wohlleben bei Markus Lanz, Folge 1344  komplette Sendung

Zu Gast: Politiker Andreas Scheuer, Journalistin Helene Bubrowski, Moderator Ranga Yogeshwar und Autor Peter Wohlleben




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RÜCKBLICK 2019 – 2. Halbjahr


28.07.2019

Sterbende Buchen nach Dürresommer

Die BBIWS und die unter ihrem Dach versammelten Waldbürgerinitativen sind mit ihrer Meinung nicht allein. Der ehemalige Forstdirektor des Stadtwaldes Lübeck, Dr. Lutz Fähser, der sich vor Jahrzehnten schon von der alten Schule der "Waldpflege" abgewendet hatte, kritisiert schärfstens die Ein­griffe der staatlichen Forsten in 100 Jahren zur "Erziehung", "Zuwachssteigerung" und "Wertholzbildung". Er benennt Sünden, die zur Schwächung unserer Wälder führten und die Widerstandskraft gegen Extremereignisse zerstört haben. Weiteres hier.


10.08.2019

Offener Brief an BM Julia Klöckner

Führende Waldexperten und Waldbürgerinitiativen der BBIWS warnen in offenem Brief an Bundesministerin Julia Klöckner vor Aktionismus in der Waldkrise und fordern ein Ende von Holzfabriken.


17.09.2019

Stuttgarter Waldbeirat

Beim Stuttgarter Waldbeirat referierten die Sachverständigen Dr. Lutz Fähser, ehemaliger Forstdirektor des Lübecker Stadtwaldes und Prof. Ulrich Kohnle von der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg. Sie stellten ihre unterschiedlichen Modelle der Waldbewirtschaftung vor.



Herr Kohnle zeigte die Forstmethoden aus der Sicht von Forst-BW auf, wie man Holzernte effizient betreibt und verglich dies zutreffend mit der Schweinemast. Dr. Lutz Fähser berichtete aus seiner jahrzehntelangen Praxiserfahrung über das Lübecker Konzept, eine naturnahe und schonende Waldbewirtschaftung, die bereits in vielen kommunalen Wäldern praktiziert wird und mehrfach ausgezeichnet wurde. Er plädierte für einen dichteren Baumbestand und auch dafür, mehr ältere Bäume stehen zu lassen. Aus den gravierenden Unterschieden der verschiedenen Auffassungen soll jetzt konstruktiv und konzentriert ein „Stuttgarter Modell“ entwickelt werden.

★ Link: www.wald-stuttgart.de/waldbeirat

Im Anschluss an den Waldbeirat hatten wir noch die Gelegenheit, Dr. Lutz Fähser persönlich kennen zu lernen und uns zusammen mit der BI Stuttgarter Wald auszutauschen.



25.09.2019  

Waldgipfel der Bundesregierung

Dem Wald geht es schlecht. Das ist eine Folge des Klimawandels. Aber nicht nur. Denn unser Wald steht auch unter zusätzlichem Druck. Viel zu lange war er in weiten Teilen Deutschlands eher Holzfabrik als Ökosystem, wurde und wird durch Forstwege, Rückegassen, Straßen in kleinste Einheiten geteilt. In der Summe führte das nach nur zwei Dürre-Sommern in Folge zu einer Waldkrise in großem Ausmaß.

Julia Klöckner´s Waldgipfel wurde zum Holzgipfel mit völlig falschen Reaktionen aus Politik und Waldwirtschaft. Denn in ganz Deutschland wurden und werden geschädigte Bestände im Namen der Waldgesundheit kahlgeschlagen, wird das sogenannte Schadholz wie gefährlicher Müll aus dem Wald entsorgt. Dies geschieht selbst in Naturschutzgebieten. So wird noch mehr Schaden angerichtet, als ohnehin schon vorhanden. Die Aktionen der Politik, aber auch der Waldwirtschaft erscheinen hektisch, ja teilweise panisch. Blinder Aktionismus ist in der Politik und der Ökonomie gefährlich. In der Ökologie ist er fatal.


07.10.2019  

Herbstdurchforstungen

Trotz Klimawandel und massivem Trockenstress in unseren Wäldern startete bundesweit die Durchforstung der Staats- und Kommunalwälder mit hohen Einschlägen wie in all den Jahren zuvor.


Auch im Lachwald wurde die im Frühjahr begonnene Durchforstung fortgesetzt.



Laut Angaben des noch bis im letzten Jahr zuständigen Försters, war Schwerpunkt der Maßnahmen die Förderung von Eichen, indem man gesunde benachbarte Buchen für Brennholz entfernte. Der 11 Hektar kleine Wald wurde durch die weitere 140 Festmeter Holzentnahme überdimensional ramponiert.


22.10.2019  

Erfolg im Nationalpark Bayrischer Wald – Naturzonenerweiterung beschlossen

Wegen der „Borkenkäferbekämpfung“ im Nationalpark Bayerischer Wald war eine große ökologische Schäden verursachende Entwaldung beabsichtigt. Aufgrund von Bürgerprotesten und Forderungen unter Beteiligung der BBIWS u.a. hat der kommunale Nationalparkausschuss in seiner Sitzung – trotz kontroverser Positionen seiner Mitglieder – den Vorschlag der Nationalparkverwaltung für eine außerordentliche Naturzonenerweiterung um ca. 870 Hektar (8,7 km²) einstimmig angenommen. Damit wurden Großteile des Falkensteins sowie die um die Urwaldreste Mittelsteighütte und Hans-Watzlik-Hain noch bestehenden Entwicklungszonen in den Tallagen in die Naturzone eingegliedert und von jeglicher Borkenkäferbekämpfung befreit.
Details hier.


09.11.2019  

Bürgerbegehren & Bürgerentscheide

MEHR DEMOKRATIE führte in Esslingen zum Thema Bürgerbegehren & Bürgerentscheide einen Workshop durch. Landesvorstandssprecher Dr. Edgar Wunder führte durch das Programm. Teilnehmer waren mehrere Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Bürgerinitiativen.


Es erfolgte ein Erfahrungsaustausch über die durchgeführten Bürgerbegehren und Bürgerentscheide aus unterschiedlichen Perspektiven. Weiter zum Praxisworkshop von MD hier.


11.12.2019  

Leipziger Auwald

Trotz Protesten von Nukla (Naturschutz und Kunst – Leipziger Auwald e.V.), Fridays for Future, der BBIWS u. a. hat der Stadtrat von Leipzig den Forstwirtschaftsplan 2020 verabschiedet. Ohne Rücksicht auf den Wissensstand des 21. Jahrhunderts sollen somit in einem FFH-Schutzgebiet 6.500 Festmeter Holz in Altholzbeständen eingeschlagen werden. Darunter sind über 1000 alte ökologisch wertvolle Eichen und Eschen. Die Vorgänge um den Leipziger Auwald und der Forstwirtschaftsplan, zu dem in der Sitzung die kritischen Stimmen von Bürgern und Fachleuten einfach ausgeblendet wurden, sind aber noch nicht abgeschlossen. Nukla hat Klage eingereicht.

Details zur Entscheidung des Stadtrates zum Forstwirtschaftsplan und dazu ein Videokommentar von Förster Peter Wohlleben auf der Homepage von Nukla.


Videokommentar von Peter Wohlleben



12.11.2019  

Treffen mit Peter Wohlleben in Karlsruhe

Förster und Autor Peter Wohlleben berichtete in Karlsruhe über sein neues Buch „Das geheime Band zwischen Mensch und Natur“ nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und seinen eigenen jahrzehntelangen Beobachtungen.




16.12.2019  

Tagung der Waldbürgerinitiativen

Im Rahmen der bundesweiten Tagung der Waldbürgerinitiativen waren wir zu Gast bei Peter Wohllebens WALDAKADEMIE in Wershofen.



Die Waldschützer waren aus verschiedenen Bundesländern und sogar aus Luxemburg in die Eifel gereist, um von Peter Wohlleben persönlich fachlichen Input für ihre Arbeit in den Bürgerinitiativen zu erhalten. Darüber hinaus ergab sich die Möglichkeit zum regen Austausch und weiterer Vernetzung. Dank an Peter Wohlleben für die Unterstützung der Wald-BI´s.


Hierzu das Video von Peter Wohlleben´s facebook-Seite



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RÜCKBLICK 2019 – 1. Halbjahr


15.01.2019: Aufgrund unserer Reklamation zur geplanten Waldbewirtschaftung  in der letzten Gemeinderatssitzung 2018 behandelte der Ausschuss für Verwaltung und Soziales (AVS) Stutensee das Thema Lachwald in nicht öffentlicher Sitzung. Obwohl es sich um einen öffentlichen Wald handelt, der allen Bürgerinnen und Bürgern von Stutensee gehört. Wie bereits vor dem Bürgerbegehren zum Erhalt des Lachwalds wurde erneut durch die Verantwortlichen hinter verschlossenen Türen über den Lachwald verhandelt. Geheimniskrämerei statt Transparenz!


22.01.2019  

Gesprächstermin bei OB Becker

Unser Anliegen: Abstand zu nehmen von einer Durchforstung des Lachwalds im Übermaß, mehr Bäume stehen zu lassen, um den Wald nach dem Trockenjahr nicht durch zu starke Auflichtung zusätzlich zu schwächen.


28.01.2019  

Gemeinderatssitzung TOP "Durchforstung im Lachwald“

Im Rahmen der außergewöhnlich gut besuchten Gemeinderatssitzung mit Tagesordnungspunkt „Durchforstung im Lachwald“ hielt unsere BI einen ausführlichen Vortrag vor dem Gremium mit der Bitte um geringeren Holzeinschlag. Dennoch erfolgte ein einstimmiger Beschluss zur Durchführung der überdurchschnittlich hohen Durchforstung. Allerdings verlief die Debatte im Gemeinderat vor der Abstimmung ganz anders, als im entsprechenden Gemeinderatsbeschluss dargestellt. Mehrere Stadträte*innen hatten nämlich angesprochen, mehr Bäume als geplant stehen zu lassen; was schließlich auch Frau Oberbürgermeisterin Becker versprach, jedoch vom Forstbewirtschafter nicht berücksichtigt wurde. Die Aussage der anwesenden Förster, dass eine Waldbewirtschaftung langfristig geplant wird und man nicht kurzfristig umsteuern könne, zeigt die ganze Unflexibilität des Forstamts und dass ForstBW gar nicht gewillt ist, auf natürliche, klimatisch bedingte Ereignisse entsprechend zu reagieren.


Februar 2019  

Massive Durchforstung des Lachwalds

Der jährliche bundesdurchschnittliche Holzeinschlag beträgt 4,7 Festmeter pro Hektar. Dieser Hiebsatz wurde 2017 für den Stadtwald Stutensee festgeschrieben. Das ist etwas weniger Holz, als im Jahr nachwächst. Im Lachwald wurden im Frühjahr 355 Festmeter abgeholzt, nachwachsen werden aber lediglich 52 Festmeter pro Jahr! Ein erboster Mitbürger schickte uns Fotos mit der Bemerkung, "der Wald sieht wie nach einen Bombenangriff aus."

 



04.03.2019  

Windwurf im Lachwald

Das Sturmtief Bennet richtet auch im Lachwald Schäden an. Ursächlich war die Durchforstung, wodurch viele Bäume frei gestellt wurden. So wurde auch ein vom Förster gekennzeichneter Z-Baum (Zukunftsbaum = besonders förderungswürdiger Baum, mit weißem Pukt markiert) vom Sturm umgeworfen, welchem zuvor benachbarte Bäume Platz machen mussten und somit entsprechende Wind-Angriffsflächen vorhanden waren. Auch davor hatten wir gewarnt, denn nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des 21. Jahrhundersts sollte u.a. aus diesen Gründen das Kronendach geschlossen bleiben.




28.03.2019  

Petitionsübergabe in Stuttgart

Dr. Jörg Nötzel von der BI Stuttgarter Wald (ebenfalls Mitglied BundesBürgerInitiative Waldschutz – BBIWS) übergab eine „Petition zum Stopp der massiven Baumfällungen im Stuttgarter Wald“ an OB Kuhn. Bereits zwei Wochen danach beschloss der Stuttgarter Gemeinderat die Einrichtung eines öffentlichen Waldbeirats. Details ★ hier.




30.03.2019  

Mitgliederversammlung und Vorstandswahl von MD

Mitgliederversammlung und Vorstandswahl von MEHR DEMOKRATIE Baden-Württemberg in der Stuttgarter Liederhalle. Joachim Heger, Vertrauensperson des Bürgerbegehrens, wird mit 4 weiteren Personen in den Vorstand gewählt. Ziel der ehrenamtlichen Tätigkeit ist die Stärkung von Bürgerbeteiligung und Transparenz bei Behörden. Wiedergewählter Vorstandssprecher ist Dr. Edgar Wunder,  der Bürgerbegehren und Bürgerentscheid in Stutensee begleitete.



★ Links: Zur Mehr Demokratie Vorstandswahl und zum Mehr Demokratie Jahresrückblick


26.05.2019  

Gemeinderatswahlen

Susanne Suhr, ebenfalls Vertrauensperson des Bürgerbegehrens und Mitglied unserer BI, wird bei der Kommunalwahl 2019 in den Stutenseer Gemeinderat gewählt. Die Vereidigung fand in der GR-Sitzung nach der Sommerpause statt.


19.06.2019  

Neue Online-Plattform für Waldschäden: www.waldreport.de

Die BBIWS, Naturwaldakademie und Robin Wood initiieren gemeinsam eine neue Webseite WALDREPORT.de zur Erfassung bundesweiter Waldschäden.

Hier kann jede(r) Bürger*in selbst festgestellte Kahlschläge und Verwüstungen eintragen.




25.06.2019  

Tag der Buchenwälder

Die BBIWS erklärt den 25. Juni zum Tag der Buchenwälder. Schirmherr ist Prof. Hans Dieter Knapp.


                       Bild: Tania Heymann                                            Bild: Petra Ludwig-Sidow                                              Flyer der BBIWS



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