Bürgerbegehren und Bürgerentscheid Lachwald Stutensee
Bürgerinitiative für den Erhalt der Natur in Wäldern, Landschaftsschutzgebieten und Grünzäsuren

Aktuelles – Informationen in 2021

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01.02.2021

Täuschungsmanöver in der Stutenseer Waldpolitik

1. Teil: Holzeinschläge im überbewirtschafteten Lachwald


★ Homepage der Bürgerinitiative Stutensee Lachwald-erhalten für mehr Demokratie + Transparenz + Bürgerbeteiligung • auch bei Bürgerbegehren und Bürgerentscheid – Mitglied der BundesBürgerInitiative Waldschutz BBIWS zum Schutz von Wald • Natur und Klima in der Waldkrise mit der Forderung um mehr Beachtung von Umweltschutz • Naturschutz • Klimaschutz und Reform der Waldgesetze - Täuschungsmanöver in der Stutenseer Waldpolitik – 1.Teil: Holzeinschläge im Lachwald

Die Täuschungsmanöver in der Stutenseer Waldpolitik im Jahr 2019 setzten sich 2020 fort.

Ein Rückblick:

Im Jahr 2019 wurden vom Gemeinderat im Lachwald Holzeinschläge von 350 Erntefestmetern trotz Reklamationen aus der Bürgerschaft von Büchig genehmigt. Das große Bürgerinteresse zeigte sich im vollbesetzten Bürgersaal. Seitdem war eine Sitzung nie wieder so gut besucht. Es blieb jedoch nicht bei dieser beschlossenen Holzmenge, denn die Oberbürgermeisterin duldete einen noch viel stärkeren Einschlag ohne Rats- oder Öffentlichkeitsbeteiligung und ist bis heute der Bevölkerung eine Erklärung darüber schuldig. Mit Vertretern aller Parteien haben wir im vergangen Frühjahr wegen dieser Missstände Gespräche geführt. Antworten oder Konsequenzen sind bis dato ausgeblieben. Mit der Fraktion der Freien Wähler kam trotz mehreren Anfragen kein Gesprächstermin zustande. Auch sie wurde schließlich von unserer Bürgerinitiative schriftlich über die Missstände informiert; eine Resonanz blieb aus.

Die Abholzung im Lachwald führte dazu, dass bereits im 3. Jahr eines Zehnjahreszeitraums die maximal mögliche Holzernte im Sinne der Nachhaltigkeit nach dem Waldgesetz überschritten wurde.

Als Konsequenz brachten die Grünen 2020 einen Antrag auf eine schonende Waldbewirtschaftung in Anlehnung an das Lübecker Waldmodell im Gemeinderat ein. Dieser wurde aufgrund billiger und argumentativ unzutreffender Vorgaben der Stadtverwaltung im Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Entweder hat man die Folgen der Trockenjahre für den Wald noch nicht wahrgenommen oder priorisiert die Waldbewirtschaftung vor dem Erhalt der Natur. Es fehlt an Transparenz und Bürgerbeteiligung, auch ausdrücklich ein Wahlversprechen der Oberbürgermeisterin.

Insbesondere fand eine von OB Becker angekündigte Informations- und Dialogveranstaltung zur Waldbewirtschaftung bisher nicht statt, sondern wurde mehrfach verschoben. Eine Waldbegehung mit Bürgerbeteiligung war für den Sommer avisiert und hätte zu diesem Zeitpunkt auch Corona bedingt im Freien stattfinden können. Diese wurde jedoch wiederum in den Herbst verschoben und fand daher bis heute nicht statt. Erwiesenermaßen reine Lippenbekenntnisse, die so kein Vertrauen schaffen.

Stattdessen wurden die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt mal wieder mit zahlreichen zum Fällen markierten Bäumen im bereits überbewirtschafteten Lachwald überrascht. Erst danach folgten Informationen auf der Homepage der Stadt Stutensee und in den BNN.

Im Lachwald wurden Aufräumarbeiten voraussichtlich ab 23. November 2020 angekündigt. Aus Gründen der Verkehrssicherung wolle man hauptsächlich die erkennbar von Trockenheit und Fäule gekennzeichneten, absterbenden oder bereits abgestorbenen Buchen entfernen.


★ Homepage der Bürgerinitiative Stutensee Lachwald-erhalten für mehr Demokratie + Transparenz + Bürgerbeteiligung • auch bei Bürgerbegehren und Bürgerentscheid – Mitglied der BundesBürgerInitiative Waldschutz BBIWS zum Schutz von Wald • Natur und Klima in der Waldkrise mit der Forderung um mehr Beachtung von Umweltschutz • Naturschutz • Klimaschutz und Reform der Waldgesetze - BNN vom 12.Novermber 2020, Ausgabe Hardt Nr. 263, Seite 25BNN vom 12.Novermber 2020, Ausgabe Hardt Nr. 263, Seite 25


Anlässlich der Begehung des Lachwalds mit einem Sachverständigen in der Woche vor dem angekündigten Termin wurde festgestellt, dass die Bäume bereits gefällt waren. Eine Rettung der Bäume war somit nicht mehr möglich, aber der Nachweis von falschen Darstellungen umso einfacher. Statt der Fällung von angeblich kranken Bäumen handelte es sich um kerngesunde Buchen. Dies alles unter dem Deckmantel der Verkehrssicherung.

Verkehrssicherung ist das Totschlagargument, wenn die Holzernter unter den Druck einer zunehmend aufgeklärteren Öffentlichkeit geraten. Geplante Hiebsmaßnahmen werden unter dem Vorwand durchgezogen, man rette Menschenleben, wenn man Bäume fällt, selbst wenn diese kerngesund sind. So wie die hier gezeigten Buchen, die inzwischen schon gefällt sind und an den Schnittstellen schneeweißes Buchenholz zu sehen ist, ohne Hinweise auf Totäste oder Stammfäule.

Bereits zuvor – als die rot gekennzeichneten Bäume noch standen – haben wir dies bereits dokumentiert. Selbst Mitte November trugen die Kronen noch Blätter – ein Zeichen der Vitalität.



Der Sachverständige bestätigte anhand des zurückgelassenen Abfalls von Ästen und Zweigen der ehemaligen Baumkronen sowie anhand der gesunden Baumstämme, dass ca. 80 Prozent der gefällten Bäume kerngesund waren. Insgesamt ist damit erwiesen, dass den Bürgerinnen und Bürgern vorgegaukelt wurde, aus Sicherheitsgründen angeblich erkrankte oder tote Bäume zu entfernen.



Für Klima, Umwelt und Natur wäre es sinnvoller gewesen, die gesunden Bäume im Wald zu belassen. Aus Sicht des Sachverständigen ist es verwunderlich, inwieweit mit der Fällung ein Gewinn erwirtschaftet werden soll. Sicherlich wurde erreicht, dass ein 44-Tonner Stammholztransporter mit Baumstämmen ausgelastet ist, aber aufgrund der üppigen Auslagen – Arbeitslöhne und Transportkosten – ist für die Stadt kein Gewinn zu erzielen. Denn das Buchenholz kann in Deutschland mangels Sägemöglichkeiten nicht nachhaltig verarbeitet werden, es wird als Industrieholz oder gar als Brennholz zum Billigpreis verkauft werden müssen. Auch das Industrieholz wird teilweise verbrannt, weshalb das im Holz gespeicherte CO2, wie beim Brennholz, wieder freigesetzt wird. Die Vorgehensweise der Stadt in der Waldpflege widerspricht auch dem zweifelhaften Versprechen von OB Becker, „den Stutenseer Wald für die kommenden Generationen zu erhalten“. Insbesondere ökologisch waren die Maßnahmen völliger Unsinn.



Dagegen wurden an anderen Stellen die durch den Sturm im Frühjahr umgeworfenen und teilweise schräg auf anderen Bäumen liegenden Baumteile weder entfernt, noch auf dem Waldboden abgelegt. Wäre es Stadt und Forst tatsächlich um Verkehrssicherungsmaßnahmen gegangen, hätte man diese offensichtlichen Gefahrenstellen vorrangig beseitigt, anstatt gesunde Bäume zu schlagen. Wie lautete die Überschrift im BNN-Artikel? "Der Forst räumt den Wald auf".

Stutensee ist aufgefordert, endlich eine sachkundige Fehleranalyse in der Waldpflege vorzunehmen, Pflegekonzeptionen für den Erholungswald zu erstellen und dabei alle Einwohner und Akteure einzubeziehen.

Dies scheint jedoch nicht vorgesehen zu sein, dann aktuell steht die jährliche Waldbewirtschaftung auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 08.02.2021, ohne dass die von OB Becker angekündigte öffentliche Waldbegehung bzw. Informationsveranstaltung zuvor stattgefunden hat. Ihre im Wahlkampf propagierte Transparenz und Bürgerbeteiligung findet praktisch nicht statt. Somit erweisen sich ihre Ankündigungen als reine Lippenbekenntnisse. Eine absolut nicht vertrauenserweckende Vorgehensweise, die Fragen aufwirft. Unter anderem, wie lange der Gemeinderat noch auf „Vertrauen“ setzt.

Stutensee sollte auch mal über den Tellerrand zur Nachbarstadt Karlsruhe blicken. Dort ist man bemüht, einen gefährlichen Ast abzusägen und nicht gleich den ganzen Baum zu fällen. Wir verschrotten ja auch nicht unseren PKW, wenn er wegen eines Plattens nicht mehr fahrbereit ist!

Hier der Link über den Tellerrand zu KA-News

Forstamtsleiter Ulrich Kienzler, den wir zufällig bei der Kinopremiere von Peter Wohlleben getroffen haben, hat seit Jahren einen besseren Weg eingeschlagen. Die Holzernte wurde nach den Trockenjahren auf ein Drittel reduziert und mit angeschafften Spezialgeräten werden bei einem erhöhten Zeitaufwand die Bäume so behandelt, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht. Und dies bei einer vielfach größeren Stadtwaldfläche gegenüber der von Stutensee!


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 Januar 2021

Weckrufe und Apelle an die Politik Neuerscheinungen im Handel


Buch „Der Holzweg Wald im Widerstreit der Interessen“

Dieses Buch von 36 Autorinnen und Autoren, darunter der durch das Lübecker Waldmodell bekannte Dr. Lutz Fähser, legen ihre Einsichten und praktischen Erfahrungen in aller Klarheit dar – als Kritik an verfehlten Forstpraktiken, als Weckruf an die Zivilgesellschaft und als dringender Appell an die Politik, die längst überfällige ökologische Waldwende einzuleiten. Vor allem der öffentliche Wald muss mit der ihm gesetzlich auferlegten Vorbildfunktion der Daseinsvorsorge Natur und Menschen dienen. Drei Trockenjahre in Folge haben in Deutschland Waldschäden bislang nicht gekannten Ausmaßes sichtbar werden lassen. Davon sind besonders Fichten, Kiefern und nicht heimische Baumarten betroffen. Die Ursachen liegen nicht nur im Klimawandel, sondern auch im Umgang mit den Wäldern. Im Handel oder direkt beim Oekom-Verlag erhältlich. Hier zur Leseprobe des oekom Verlag



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